Löwenzahn Organics

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Ich bin Tobias Thamm, Ehemann und Vater einer kleinen Tochter. Gemeinsam mit meinen Partnerinnen Liz Sauer Williamson und Carmen Lazos-Wilmking, die beide Mütter sind, habe ich die Babymarke Löwenzahn Organics gegründet. Wir wollen den Eltern unserer Generation eine moderne, biologische und glaubwürdige Alternative zu herkömmlichen Marken geben.

Hast Du eigentlich schon ein Bild von Dir als Vater im Kopf oder lässt Du alles erst einmal auf Dich zukommen?

Ich glaube, ich muss da erst einmal selbst reinwachsen und meine Rolle erst finden. Väter machen sich vielleicht weniger Gedanken im Vorfeld als Mütter.

Habt Ihr einen Geburtsvorbereitungskurs besucht? Wie war das für Dich?

Wir waren recht „kurzentschlossen” mit dem Geburtsvorbereitungskurs und haben einen der letzten Plätze ergattert. Ich war überrascht, wie informativ es am Ende war. Es sind einfach alle im selben Boot, die Frauen wie die Männer. Besonders beeindruckt war ich davon, dass es eine Austauschrunde nur für die Männer gab. Ich hatte absolute Stille erwartet, aber es entwickelte sich eine rege Diskussion.

Im Kopf geblieben ist mir vor allem die Befürchtung einiger Männer (und ihrer Partnerinnen), dass mit der Geburt des Kindes die Liebe in der Partnerschaft anders bzw. zum Nachteil eines Partners umverteilt werden könnte. Wir haben dann geschlossen festgestellt, dass es nur eine Antwort darauf geben kann: die Menge an Liebe innerhalb einer Familie kann nicht begrenzt sein, sondern sie wächst mit neuen Familienmitgliedern!

Aufgrund meines beruflichen Hintergrunds bei Löwenzahn Organics konnte ich als „Babynahrungsexperte” sogar vor der Gruppe punkten. ☺

Was war das Wichtigste, was Du von Deinem Vater gelernt hast?

Für meinen Vater standen die Kinder immer an erster Stelle und er hat tatsächlich bei wichtigen Dingen auch immer seine Arbeit unterbrochen. Das konnte er glücklicherweise auch, weil er selbständig war. Außerdem ist er jeden Samstag mit mir schwimmen gegangen, das ist eine Tradition, die ich fortführen will!

Die Babyausstattung ist heute auch ein Thema für die Väter. Ein wichtiges Thema ist natürlich der Kinderwagen und da können Mama und Papa auch mal geteilter Meinung sein…

Beim Thema Kinderwagen wurden mir von meiner gewitzten Frau zwar verschiedene Optionen präsentiert, im Nachhinein wurde mir aber klar, dass die Wahl von vornherein nur auf ein Modell fallen konnte. Immerhin hat sie mich vorher noch in einen Berliner Szenekinderwagenladen geschleppt, wo das gewünschte Modell dann aber nicht lieferbar war. Fündig wurden wir dann aber doch noch zum Glück im Internet.

Mir war ganz wichtig, dass wir auch als junge Familie maximal mobil sind, daher habe ich uns einen stylishen Wickelrucksack gekauft, damit wir mit dem Baby im Tragegurt trotzdem am Wochenende kleinere Wandertouren unternehmen können.

Ist Eure Wohnung schon bereit fürs Baby? Ist alles fertig und die Windeln stehen bereit?

Das ist natürlich DAS tagtägliche Thema, das mich – zusammen mit der Namenswahl - während der 9 Monate vom ersten bis zum letzten Tag begleitet hat. Praktisch veranlagt habe ich zuerst mal geprüft, was wir von unseren Eltern übernehmen konnten, z.B. den Stubenwagen, in dem ich selbst meine ersten Nächte verbracht habe. Persönlich stehe ich einfach sehr auf nachhaltige Dinge mit Patina.
Die Wickelkommode war basierend auf unserer Ikea Kommode easy hergerichtet.

Im Geburtsvorbereitungskurs haben wir z.B. auch gelernt, wie wichtig es ist, eine hochwertige Matratze bzw. Schlafunterlage für das Baby aus Naturmaterialien anzuschaffen. Chemie kommt uns da nicht mit ins Bett!

Dann haben wir noch von Freunden den berühmten Maxicosi bekommen und auch die ersten Spielsachen konnten wir übernehmen.

Du bist Mit-Gründer in einem Start-Up-Unternehmen. Wirst Du Elternzeit nehmen? Wie regelt Ihr das in Eurer Firma?

Da wir unsere Firma Löwenzahn Organics so familienfreundlich wie nur möglich aufbauen möchten, war auch für mich sofort klar (und für den Rest des Teams kein Problem), dass ich meine Frau während der Schwangerschaft und nach der Geburt so gut wie möglich unterstützen möchte. Vor und nach der Geburt habe ich mir daher mehrere Wochen zumindest eine physische Auszeit vom Start-up Büro gegönnt, um für meine Familie da zu sein.

Für das nächste Jahr haben wir uns außerdem vorgenommen noch eine größere Reise zu unternehmen, Südafrika wäre da unser absoluter Traum.

Das ist spannend und klingt super. Wird Deine Väter-Generation also Vereinbarkeit wirklich umsetzen können?

Ich denke unsere Generation Y geht mittlerweile sehr selbstbewusst mit der Vereinbarkeit um und fordert beispielsweise Elternzeit tatsächlich ein. Wir sind sehr gut ausgebildet und haben einfach auch mehrere Optionen. Aber bei den Vätern steht und fällt das Thema immer noch mit der Firma. Die Generation “vom alten Schlag”, die Elternzeit ganz klar als Karrierekiller angesehen hat, verabschiedet sich zum Glück zunehmend in die Rente. Desto einfacher wird es für uns moderne Väter zukünftig werden.

Werdet Ihr einen ökologisch-nachhaltigen Haushalt führen? Kommen nur Bio-Lebensmittel auf den Tisch?

Die Schwangerschaft hat unser eigenes Konsumverhalten nachhaltig verändert, die Geburt unseres Kindes wird das sicher nochmal verstärken. Wo man früher nach einem durchzechten Wochenende gedacht hat „Okay, ob ich jetzt die Bio Tomate esse oder nicht – das macht auch keinen Unterschied mehr“, ändert sich mit der Erwartung eines Kindes einfach alles.

Bei meiner Frau hat sich der Appetit auf natürliche Weise auf viel gesündere, frischere Lebensmittel umgestellt. Und man will einfach wissen, wo es herkommt. Vor allem demeter-zertifizierte Produkte haben wir lieben gelernt, die sind den höheren Preis wirklich wert.

Gerade auch für unser Kind ist uns hochwertige Babynahrung aus ökologisch-zertifizierter Herstellung sehr wichtig. Eine gute Nachricht für Papas: Man muss auch gar nicht alles selbst kochen, wenn man dem Kind hochwertige und gesunde Nahrung anbieten will. Unsere Babybreie, übrigens die einzigen Nicht-Instant-Babybreie auf dem Markt, sind in nur zwei Minuten hergestellt und so wertvoll wie selbst gekocht.