Dem Kind Grenzen setzen: Kinder vor Gefahren schützen
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Dem Kind Grenzen setzen: Kinder vor Gefahren schützen

Kindern Grenzen setzen - wie streng sollten Eltern sein? Für kleine Kinder ist die Welt ein grosses Abenteuer, so viel gibt es zu entdecken. Sie erkennen noch keine Gefahrensituationen, können nicht einschätzen, ob sie jemanden verletzen. Sie müssen - auch für das spätere Leben - lernen, dass es Regeln gibt. Sie sind aber auch neugierig und ihre Neugier auszuleben ist wichtig für die Entwicklung. So müssen Eltern ein Mittelmass zwischen Freiheiten und Grenzen finden. Lautes Schimpfen führt in den meisten Fällen nur dazu, dass sich die Emotionen hochschaukeln.

windeln.ch Redaktion
von windeln.ch Redaktion
Wed, 21.06.2017 - 15:30 Wed, 01/31/2018 - 14:13

Ab wann Grenzen setzen?

Ein Baby ist in den ersten Lebensmonaten noch hilflos, entwickelt sich aber zusehends und erkundet die Umgebung schon bald aktiver. Alles Greifbare wird in die Hände genommen und in den Mund gesteckt.

Idealerweise liegt in der Wohnung nichts herum, was zu Verletzungen führen könnte. Ist das aber doch einmal der Fall und Ihr Kind beschäftigt sich damit, müssen Sie einschreiten.

Sobald Ihr Kind sich also eigenständig fortbewegen kann und sein Aktionsradius grösser wird, beginnt auch die Zeit, in der Grenzen zu setzen sind. Die Situationen werden mehr, je agiler Ihr Kind wird. Spätestens, wenn es laufen kann, besteht unterwegs die Möglichkeit, dass es auf eine befahrene Strasse läuft.

Es geht jedoch nicht nur darum, Ihr Kind vor Gefahren zu schützen, sondern auch, aufzuzeigen, dass es nicht immer seinen Kopf durchsetzen kann. Das betrifft zum Beispiel den Umgang mit anderen Kindern: Weder soll es ihnen das Spielzeug wegnehmen noch vor Wut mit einer Schaufel zuhauen.

Sicher möchten Sie auch nicht, dass es Ihnen zu Hause oder unterwegs auf der Nase herumtanzt. Bereits dreijährige Kinder können sich dabei sehr einfallsreich zeigen, dann ist ein gewisses Mass an Strenge erforderlich.

Was bedeutet eigentlich streng sein?

Eigentlich bedeutet Strenge lediglich, Regeln aufzustellen und deren Einhaltung konsequent durchzusetzen. Diese Regeln umfassen natürlich auch Freiräume. Verhält sich Ihr Kind auf dem Spielplatz gegenüber anderen Kindern angemessen, kann es sich dort nach Herzenslust vergnügen.

Verletzt es andere Kinder, ist das ein Regelbruch und mit Konsequenzen verbunden.

Ein strukturierter Tagesablauf kann bei der Einhaltung von Regeln helfen. Zu bestimmten Zeiten gibt es Essen, auch Schlafenszeiten sind einzuhalten.

Vorher müssen vielleicht noch die Spielsachen in die Kiste geräumt werden, danach gibt es eine Gutenacht-Geschichte. Möchte Ihr Kind nicht aufräumen oder trödelt dabei allzu sehr herum, entfällt die Geschichte.

Zwischen Grenzen und Freiräumen

Indem Sie Ihrem Kind Grenzen setzen, erfährt es, was von ihm erwartet wird. Das gibt ihm Sicherheit. Diese benötigt es ebenso wie die zur Entwicklung erforderlichen Freiräume.

Es muss soziale Kompetenzen im Umgang mit anderen Menschen entwickeln, lernen, Gefahrensituationen einzuschätzen und Pflichtbewusstsein üben.

All diese Lernprozesse sind notwendig, zu viele Einschränkungen wirken dabei kontraproduktiv: Freiräume sind notwendig, um die eigenen Fähigkeiten zu erleben und anzuerkennen.

Ebenso wie die Umwelt entdecken Kinder sich selbst. Dadurch lernen sie einerseits, sich abzugrenzen, andererseits zu interagieren. Einem Kind, das kaum etwas darf, wird diese Möglichkeit genommen, worunter Selbstwahrnehmung und Selbstwertgefühl leiden.

Zu viele Verbote können dazu führen, dass sich Kinder nicht angenommen fühlen. Sie verlieren den Anschluss an andere Kinder, die unbeschwert herumtoben und spielen können.

Grenzen sollten sich also auf Notwendigkeiten beziehen und einen Rahmen zur Orientierung geben, nicht aber die Entwicklung beeinträchtigen.

Umgang mit Überschreitungen

Ein- bis zweijährige Kinder verstehen noch keine Erklärungen, warum sie etwas nicht dürfen. Sie lassen sich von ihren Sinnen und Emotionen lenken. Dennoch lernen sie schnell, was ein klares "Nein" bedeutet.

Nehmen Sie einen verbotenen Gegenstand einfach mit einem begleitenden "Nein" weg und bieten Sie eine Alternative an.

Mit drei Jahren sind Kinder wesentlich aufnahmefähiger, aber auch eigenwilliger. Ausserdem neigen sie gelegentlich zu Wutanfällen. Das kann die Nerven bisweilen strapazieren.

Lautes Schimpfen führt in den meisten Fällen nur dazu, dass sich die Emotionen hochschaukeln. Es ist sinnvoller, Ihr Kind aus einer Situation herauszuführen und zu warten, bis es sich beruhigt hat. Anschliessend können Sie ihm erklären, warum sein Verhalten nicht in Ordnung war.

Kindergarten- und Schulalter

Schon im Kindergarten muss sich Ihr Kind auf sich selbst gestellt zwischen anderen Kindern zurechtfinden. Es muss seine eigenen Ansprüche durchsetzen können, aber auch die anderer Kinder akzeptieren. Das fällt umso leichter, je eher ihm sinnvolle Grenzen aufgezeigt wurden.

Nach der Einschulung ist es noch mehr gefordert. Die Unterrichtszeiten sind einzuhalten, es muss sich konzentrieren und Hausaufgaben erledigen.

Hat es frühzeitig gelernt, sich an geltende Regeln zu halten, ohne in seiner Entwicklung eingeschränkt zu werden, kommt es damit besser zurecht.

Fazit
Grenzen schützen vor Gefahren
bieten Orientierung
geben einen sicheren Rahmen
zeigen gewünschtes Verhalten auf
dienen einem strukturierten Tagesablauf

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