Der Vorsorgeplan für Ihre Schwangerschaft
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Hebammengeprüft

Der Vorsorgeplan für Ihre Schwangerschaft

Neben der Vorfreude auf das Baby gehören zu einer Schwangerschaft regelmässige Vorsorgeuntersuchungen, Screenings und Tests. Auch die Suche nach einer geeigneten Hebamme, die Anmeldung für den Geburtsvorbereitungskurs, die Entbindungsklinik und die Nachsorge sollten Sie rechtzeitig organisieren.

windeln.ch Redaktion
von windeln.ch Redaktion
Thu, 22.11.2018 - 11:23 Tue, 11/27/2018 - 10:14

6. bis 8. Schwangerschaftswoche

  • Erster Termin beim Gynäkologen: Bestätigung der Schwangerschaft.
  • Bei jedem Vorsorgetermin: Blutdruck, Urin, Hämoglobin, Gewicht und Stand der Gebärmutter wird kontrolliert.
  • Bluttest um die Blutgruppe und eine Immunität gegen Röteln festzustellen. Auf Wunsch wird ein kostenloser HIV-Test durchgeführt. Lues- Suchreaktion zum Auschluss von Syphillis. Der Urin wird auf Chlamydien untersucht. Antikörpersuchtest zum Ausschluss einer Rhesus Unverträglichkeit oder Vorhandensein anderer Antikörper.
  • Eventuell Test auf Toxoplasmosetest, CMV und Parvovirus B19.
  • Suchen Sie sich so früh wie möglich eine geeignete Hebamme, um eventuell die Schwangerschaft zu begleiten und vor allem für die Nachsorge nach der Entbindung. Auch für die Geburt sollte zu Beginn der Schwangerschaft eine Hebamme gesucht werden, wenn eine Betreuung von einer Beleg- oder Hausgeburtshebamme gewünscht ist.

9. bis 12. Schwangerschaftswoche

  • Vorsorgeuntersuchung beim behandelnden Gynäkologen: Blutdruck, Urin, Hämoglobin, Gewicht und Stand der Gebärmutter wird kontrolliert.
  • 1. Ultraschall-Screening: Vaginaler Ultraschall, um zu bestimmen, ob Sie ein Baby oder Mehrlinge bekommen. Die Lage des Ungeborenen und die altersgerechte Entwicklung wird kontrolliert. Festlegung des voraussichtlichen Geburtstermins. Bei Abweichungen von der Entwicklung können weitere Ultraschalle nötig werden.
  • Optional:
    Erst-Trimester-Screening / Nackenfaltenmessung (12. bis 14. SSW): Durch Messung der Nackentransparenz und ggf. einen Bluttest gibt dieses Screening Anhaltspunkte für genetische Defekte wie z.B. Trisomie 21 oder auch Herzfehler. Bei auffälligen Befunden können Folgeuntersuchungen wie z.B. der nicht-invasive Bluttest (NIPT) oder eine spätere invasive Abklärung empfohlen werden.
  • Spätestens nach der 12. SSW sollten Sie Ihren Arbeitgeber über Ihre Schwangerschaft informieren. Grundsätzlich sind Sie dazu zwar nicht verpflichtet, dennoch greifen erst ab dem Moment der Inkenntnissetzung die Schutzmassnahmen des Arbeitgebers

14. bis 18. Schwangerschaftswoche

  • Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen oder der Hebamme steht an. (wie immer Blutdruck, Urin, Hämoglobin, Gewicht und Stand der Gebärmutter wird kontrolliert. (siehe oben)
  • Möglichkeit zur Geschlechtsbestimmung mittels Ultraschall beim Gynäkologen
  • Falls nötig, Zeitpunkt für eine Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung (Pränatale Diagnostik): Die Untersuchungen wird Schwangeren ab 35 Jahren empfohlen können nötig sein, falls es im Ersttrimesterscreening und/oder im nicht-invasiven Bluttest Auffälligkeiten gab. Sie wird nicht mehr routinemässig empfohlen. und gibt Hinweise auf eine Chromosomenanomalie wie das Down-Syndrom oder Neuralrohrdefekte (z.B. offener Rücken).

19. bis 23. Schwangerschaftswoche

  • Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen: Blutdruck, Urin, Hämoglobin, Gewicht und Stand der Gebärmutter wird kontrolliert. 
  • Bei negativem Toxoplasmose-Test sollte kontrolliert werden
  • 2. Ultraschall-Screening: Die Frau kann sich bei diesem abdominalen Ultraschall zwischen einem Basis-Ultraschall und einem Organ-Screening entscheiden. Bei ersterem werden lediglich die Plazenta, der Herzschlag und die altersgerechte Entwicklung kontrolliert. Beim Organ-Screening wird der Embryo auf Fehlbildungen an Herz, Kopf, Rücken, Magen und Blase untersucht. Bei Auffälligkeiten wird ein sogenannter Feinultraschall durchgeführt.

22. bis 25. Schwangerschaftswoche

  • Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen: Blutdruck, Urin, Hämoglobin, Gewicht und Stand der Gebärmutter wird kontrolliert.
  • Zweiter Antikörper-Suchtest
  • Glucosetoleranztest: Mit diesem Test kann ein Schwangerschaftsdiabetes erkannt werden.
  • Bei einer Risikoschwangerschaft kann ab diesem Zeitpunkt  ein CTG angeordnet werden.
  • Guter Zeitpunkt für eine 3D/4D-Untersuchung, falls gewünscht

29. bis 32. Schwangerschaftswoche

  • Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen: Blutdruck, Urin, Hämoglobin, Gewicht und Stand der Gebärmutter wird kontrolliert.
  • Falls die Mutter Rhesus negativ ist, wird ihre eine Spritze verabreicht (Anti-D-Prophylaxe)
  • 3. Toxoplasmoseuntersuchung falls der Befund negativ war
  • 3. Ultraschall-Screening: Körperliche Entwicklung, Kindslage und die Fruchtwassermenge wird kontrolliert.
  • Ab der 30. SSW: Besuch von Info-Abenden in Krankenhäusern und Geburtshäusern. Eine Anmeldung ist allerdings nicht in allen Krankenhäusern nötig. Informieren Sie sich am besten vor Ort. Wenn Sie eine ausserklinische Geburt im Geburtshaus oder auch zu Hause wünschen, sollten Sie sich in der Frühschwangerschaft im Geburtshaus oder bei Ihrer Hebamme anmelden.
  • Vorsorgeuntersuchungen finden ab der 33. SSW (32+0) immer alle 2 Wochen statt.

Ab der 33. Schwangerschaftswoche

  • Vorsorge alle 2 Wochen, im Wechsel mit der Hebamme möglich
  • CTG alle 2 Wochen
  • Der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin.

Ca. 36. Schwangerschaftswoche

  • Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen: siehe oben plus CTG
  • B-Streptokokken-Test (36. SSW): Dieser Abstrich wird Schwangeren häufig empfohlen, da B-Streptokokken schwere Infektionen beim Neugeborenen auslösen können. Dieser Test gehört nicht zur gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge.
  • Blutuntersuchung zum Nachweis von Hepatitis B-Antigen
  • Auf Wunsch Beginn mit Akupunktur zur Geburtsvorbereitung (ab 37. SSW): Kosten müssen selber getragen werden.
  • Zusätzlicher Ultraschall zur Gewichtskontrolle falls gewünscht

Ab der 41. Schwangerschaftswoche (40+0 SSW oder auch ET+0 genannt)

  • Alle zwei Tage Untersuchung beim Gynäkologen oder der Hebamme mit CTG.
  • Spätestens alle 4 Wochen beim Gynäkologen oder Entbindungsklinik mit Fruchtwasserkontrolle mittels Ultraschall
  • Mögliche Einleitung der Geburt, wenn das Baby zu weit über dem Termin ist (41. bis 42. SSW), in Rücksprache mit der Entbindungsklinik

Nach der Geburt

  • Das Wochenbett dauert 6 bis 8 Wochen und dient Mutter und Baby als Erholungsphase nach der anstrengenden Geburt.
  • Nachsorge durch die Hebamme: Besuch bis is zu 2 mal täglich in den ersten 10 Tagen, ab dem 10. Tag bis zu 16 Besuche, ab der 8. Woche nochmal Beratungen bei Still- und Ernährungsfragen möglich.
  • Rückbildungsgymnastik: 6 bis 8 Wochen nach der Geburt können Sie einen Rückbildungskurs besuchen.
  • 6 bis 8 Wochen nach Entbindung Wochenbett-Abschlussuntersuchung beim Gynäkologen
Fazit
10 Vorsorgeuntersuchungen und drei Screenings werden von der Kasse bezahlt
Ohne medizinische Indikation sind viele Tests und Screenings kostenpflichtige Zusatzleistungen
Nach der Geburt: Wochenbett, Nachsorge und Rückbildungsgymnastik
Tipps von Frauenärztin Dr. Anja Kneller
  • Wenn Sie in einem Beruf arbeiten, in dem Sie mit Gefahrenstoffen zu tun haben zum Beispiel im Labor oder auch in der Apotheke oder im Krankenhaus sollten Sie Ihren Arbeitgeber im Bedarfsfall auch schon vor der 12. SSW von der Schwangerschaft unterrichten um das Baby vor gefährlichen äusseren Einflüssen zu schützen.
  • Als nichtinvasive Alternative der pränatalen Diagnostik kann auch der sogenannte Präna Test gesehen werden. Zusätzlich zur Pränataldiagnostik gibt es inzwischen auch den nicht-invasiven Bluttest. Hiermit können im Blut der Mutter DNA-Bruchstücke des Kindes (der Plazenta) nachgewiesen werden und eine Trisomie 13/18/21 oder geschlechtschromosomale Störungen gefunden werden. Lassen Sie sich zur pränatalen Diagnostik bei Ihrem Frauenarzt, Ihrer Hebamme oder auch in der Beratungsstelle beraten und informieren.
  • Planen Sie zusätzlich viel Zeit und Ruhe ein sich bewusst auf Ihr Baby vorzubereiten. Beginnen Sie Rituale schon in der Schwangerschaft und denken Sie positiv an Ihr Baby.
  • Seien Sie in freudiger Erwartung und guter Hoffnung!
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