Babys erste Schuhe
Babys erste Schuhe
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Babys erste Schuhe

Die ersten Schuhe - ein spannender Moment: Wie wird Ihr Kind auf die unbekannte Fussbekleidung reagieren? Wie wird es damit laufen? Gehen Sie beim Schuhkauf sorgfältig vor. Achten Sie auf die richtige Grösse, damit nichts drückt, auf weiches, atmungsaktives Material und auf eine feste, aber nicht zu harte Sohle, damit die kleinen Füsschen keinen Schaden nehmen.

Frau Dr. Rothe
von Dr. Anne Rothe
Kinderärztin
Thu, 22.06.2017 - 17:19 Fri, 10/11/2019 - 16:03

Darauf müssen Sie achten

Es ist übrigens nicht unbedingt notwendig, sobald Ihr Baby die ersten unbeholfenen Schritte schafft, gleich Schuhe zu kaufen. Schuhwerk ist erst wichtig, wenn es eigenständig laufen kann. Selbst dann ist es völlig ausreichend, Ihrem Kind ausschliesslich draussen festes Schuhwerk anzuziehen, um die Füsse vor Kälte und Verletzungen zu schützen.

Im Haus sind beispielsweise weiche Lederschühchen oder Stopper-Socken völlig ausreichend. Barfusslaufen ist immer noch die beste Alternative.

Worauf bei den ersten Schuhen achten?

Die Füsse sollen einerseits festen Halt in den kleinen Schuhen haben, andererseits dürfen sie nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.

Auch darf das Schuhwerk beim Laufen nicht in der Koordination oder anderweitig einschränken.

Für die Schuhe bedeutet das: Sie müssen ausreichend gross sein und sich sicher verschliessen lassen, dürfen aber nicht zu hart und starr sein.

Obermaterial, Sohle und Verschluss

Die kleinen Füsse sollen in den Schuhen nicht schwitzen, daher ist es sinnvoll, atmungsaktives Obermaterial wie Leder, Baumwolle oder Segeltuch zu wählen. Wenn das Wetter einmal nicht so mitspielt, sollten Lederschuhe die erste Wahl sein.

Im Sommer oder bei wärmeren Temperaturen dürfen es auch mal leichte Schuhe aus Baumwolle oder Segeltuch sein. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass das Kind einen festen Halt in den Schuhen hat. 

Ausserdem ist durch das atmungsaktive Material eine Luftzirkulation gewährleistet, welche Pilzinfektionen vorbeugt.

Die Sohle sollte leicht, flach und flexibel sein, um den natürlichen Bewegungsablauf nicht einzuschränken, ausserdem natürlich rutschfest.

Wie sich die Schuhe verschliessen lassen, ist zweitrangig. Wichtiger ist, dass der Schuh sicher sitzt. Allerdings gehen Schnürsenkel leichter auf als Schnallen oder Klettverschlüsse und stellen dann eine Stolperfalle dar. Letztere sind also sinnvoller.

Wenn Ihr Kind schon etwas älter ist und sicher und stabil laufen kann, dürfen bei Regen- und Matschwetter die guten alten Gummistiefel natürlich nicht fehlen. Mit schönen und bunten Motiven macht das Rausgehen dann gleich doppelt so viel Spass. Unsere Auswahl an Gummistiefeln finden Sie hier

Die richtige Grösse wählen

Verlassen Sie sich beim Schuhkauf nicht auf die angegebene Grösse, die tatsächlichen Masse können abweichen. Ob die Schuhe passen, entscheiden stets die Masse des Innenraums.

So können Sie vorgehen: Stellen Sie den Fuss Ihres Kindes auf ein Stück Pappe und zeichnen Sie die Umrisse nach. Fügen Sie nun zwölf Millimeter in der Länge hinzu, um anschliessend aus der Pappe eine Schablone auszuschneiden. Wird die Schablone in einen Schuh gelegt, erfahren Sie, ob dieser die passende Innenlänge hat.

Haben die Schuhe Einlegesohlen, können Sie diese auch herausnehmen und die Grösse mit der Schablone oder dem Kinderfuss vergleichen. Bestellen Sie Schuhe im Internet, erkundigen Sie sich beim Händler nach den Zentimeterangaben.

Die zwölf Millimeter Spielraum sind wichtig, um die Bewegung nicht zu beeinträchtigen. Noch sind die Knochen weich und die Füsse wachsen, eine Einengung durch zu kleine Schuhe kann zu Verformungen und langfristig zu Haltungsschäden führen.

Zu grosse Schuhe sind jedoch auch nicht ideal, die Füsse rutschen dann darin hin und her. Zwölf Millimeter Spielraum sollten also sein, 17 Millimeter aber keinesfalls überschritten werden.

Haben die Schuhe offensichtlich die richtige Grösse, müssen sie dennoch anprobiert werden: Es gibt bei den Modellen Unterschiede in Form und Breite. Auch seitlich sollte von aussen noch etwas Spielraum zu ertasten sein.

Ist dies gewährleistet, lassen Sie Ihr Kind möglichst einige Schritte laufen, um sicherzustellen, dass die Füsse nicht herausrutschen.

Es ist keine geeignete Methode, durch leichtes Drücken vorne zu ertasten, ob ausreichend Spielraum in der Länge besteht: Die kleinen Zehen ziehen sich meist in einem Reflex zurück, wodurch ein falscher Eindruck entsteht.

Auch wird sich Ihr Kind kaum äussern, wenn die Schuhe zu klein sind. Daher ist es weiterhin wichtig, die Passgenauigkeit regelmässig zu überprüfen, um rechtzeitig neue Schuhe zu kaufen.

Bevor Sie sich für ein Paar Kinderschuhe entscheiden, tasten Sie sicherheitshalber das Innere ab, ob eventuell Nähte hervorstehen. Diese könnten zu Druckstellen oder wunden Stellen führen.

Ab wann kann das Kind die Schuhe tragen?

Laufenlernen ist gar nicht so einfach. Muskeln, Motorik und Koordination müssen sich erst auf die neue Art der Fortbewegung einstellen. Das ist am einfachsten, wenn das Kind den Boden spürt.

So kann es lernen, über die Nervenimpulse den Körper von den Füssen aufwärts auszubalancieren. Feste Schuhe schränken dieses natürliche Körpergefühl ein.

Ebenfalls wichtig ist die freie Entwicklung der noch wachsenden Füsschen. Ihr Kind soll zwar sicher in Schuhen laufen, aber nicht ständig darin eingezwängt sein.

In der Wohnung kann es sich also gerne weiterhin ohne Schuhe oder mit weichen Hausschuhen bewegen. Wichtig sind sie draussen, dort dienen sie dem Schutz der Füsse.

Lauflernschuhe finden Sie hier.

Neue oder gebrauchte Kinderschuhe?

Das Ergebnis einer Studie der Universität Wien mit der Bezeichnung "Kinderfüsse-Kinderschuhe" lautet: Es ist grundsätzlich unbedenklich, wenn die ersten Schuhe gebraucht sind. Das wirkt sich weder auf die Fussform noch auf den Gang aus.

Haben Sie noch ein passendes Paar von einem älteren Geschwisterkind oder erhalten anderweitig gebrauchte Kinderschuhe, können Sie guten Gewissens zugreifen.

Das gilt natürlich unter der Voraussetzung, dass sie die obigen Kriterien erfüllen. Achten Sie ausserdem darauf, dass die Sohle nicht einseitig abgelaufen ist.

Das gilt natürlich auch umgekehrt: Schnell ist Ihr Kind aus seinen Schuhen herausgewachsen, warum diese dann nicht an Bekannte weitergeben oder verkaufen? Mit gebrauchten Schuhen schonen Eltern den Geldbeutel, schaden aber bei entsprechenden Qualitätsmerkmalen keinesfalls den Füssen Ihres Kindes.

 

Fazit
eine sorgfältige Auswahl ist zu empfehlen
richtige Grösse (Fusslänge plus zwölf Millimeter) messen
atmungsaktives Material
eine flache, rutschfeste Sohle sowie Flexibilität und leichte Qualität
einen sicheren Verschluss für guten Halt
Tipps von Kinderärztin Dr. Anne Rothe
  • Die ersten Sandalen sollten möglichst im Fersenbereich geschlossen sein, um den kleinen Fuss beim Laufen besser zu stützen.
  • „Lauflernschuhe“ helfen nicht beim Laufenlernen, sondern sollten erst gekauft werden, wenn Ihr Kind bereits laufen kann. Das Laufen in Schuhen ist grundsätzlich schwieriger als ohne.
  • Füsse wachsen oft „schubweise“, so kann es vorkommen, dass Schuhe bereits innerhalb weniger Wochen zu klein werden und in einer Saison drei Schuhgrössen benötigt werden. Kontrollieren Sie insbesondere bei geschlossenen Schuhen regelmässig, ob sie noch passen.
Der Text wurde von einem Arzt geprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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