Kleinkinder: Welcher Sport in welchem Lebensalter?
Kleinkinder: Welcher Sport in welchem Lebensalter?
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Therapeutengeprüft

Kleinkinder: Welcher Sport in welchem Lebensalter?

Kinder sind Bewegungs-Fans - und das fast vom ersten Tag an. Babys lernen durch ihre ersten Bewegungen - Strampeln, Greifen, Köpfchen heben, Rollen - die Fähigkeiten ihres Körpers kennen. Etwas ältere Kinder sind in ihrem Bewegungsdrang oft kaum zu bremsen.

Nicole Ulrich
von Nicole Ulrich
Kindertherapeutin
Thu, 22.06.2017 - 15:24 Tue, 07/23/2019 - 14:54

Fitness für die Allerkleinsten

Falls Sie eine geräumige Wohnung oder sogar einen grossen Garten haben, wird Ihr Kind dort auch ohne Sportkurs toben, rennen, klettern und Verstecken spielen - den Spass an der Bewegung bringen Kinder von Natur aus mit. In der Praxis sind die Möglichkeiten dafür jedoch oft begrenzt.

In Grossstädten bieten organisierte Kurse oft die besten Möglichkeiten, das Bewegungsbedürfnis Ihres Kleinkinds optimal zu fördern. Die Kurse werden als "Eltern-und-Kind-Turnen" oder "Kinderturnen" von verschiedenen Einrichtungen für Kinder ab drei Jahren angeboten. Ein persönliches Sportprogramm können Sie mit Ihrem Kind natürlich schon lange vorher absolvieren.

Fitness für die Allerkleinsten

Bewegungsfreude zeigen Babys bereits im Mutterleib - die kleinen Bauchbewohner strampeln, boxen, schlagen Purzelbäume und trainieren damit Muskeln, Reflexe und ihre koordinativen Fähigkeiten.

Nach der Geburt prägt sich das Bedürfnis der Kinder nach Bewegung weiter aus - unterstützen können Sie es in jedem Lebensalter. Viele Anreize dafür ergeben sich aus dem normalen Alltag: Durch Greifen - und entsprechende Spiele - bilden die Kinder ihre Feinmotorik aus.

Etwas ältere Babys entwickeln wahre Meisterschaft im Robben. Das Laufen lernen sorgt für ein gezieltes und intensives "Trainings". Daneben können Sie Ihr Baby oder Kleinkind natürlich auch mit vielen weiteren Bewegungsanreizen aktiv und spielerisch unterstützen.

Babyschwimmen

Baby- oder Kleinkindschwimmen ist ab dem dritten Lebensmonat möglich. Mit dem eigentlichen Schwimmen lernen haben die Kurse jedoch nichts zu tun, die motorischen Fähigkeiten dafür sind erst ab dem vierten oder fünften Lebensjahr ausreichend entwickelt.

Beim Babyschwimmen geht es um die Freude an der gemeinsamen Bewegung. Planschen und unterstütztes "Schwimmen" fördern die Bewegungskoordination der Kinder. In den ersten Lebensmonaten gelingen ihnen im Wasser durch die geringere Belastung von Muskeln und Gelenken viele Bewegungen bereits, zu denen sie "an Land" noch gar nicht fähig sind.

Kinder, die ihre ersten Erfahrungen mit dem nassen Element bereits in ihre ersten Lebensmonaten machen dürfen, lernen später häufig einfacher und schneller schwimmen als andere Kinder.

Kleinkindgymnastik für zu Hause

Für das Gymnastikprogramm zu Hause eignet sich besonders gut ein Doppelbett oder alternativ eine grosse, weiche Unterlage, die zusätzlich mit einigen Kissen ausgepolstert wird. Ihr Kind wird den "grossen Raum" geniessen, ausprobieren, was seine Gliedmassen so alles können und vielleicht bald seine erste Rolle machen.

Falls Sie oder Ihr Partner über genug Sicherheit und Selbstvertrauen verfügen, Ihr Kleinkind auch einmal intensiv herumzuwirbeln, können Sie fast sicher sein, dass Sie damit ein Lieblingsspiel gefunden haben, das sich die Kleinen immer wieder wünschen.

Auch gekonntes Fallen lässt sich auf einer solchen Spielwiese hervorragend trainieren am Tollsten ist es für Ihr Kind, wenn es dafür einen grösseren Kissenstapel hat.

Fangen, Werfen, Spielen

Wann Ihr Kind wirklich beginnt, einen Ball zu fangen, ist eine individuelle Frage. Schon kleine Kinder geniessen es jedoch, mit einem leichten aufblasbaren Ball zu spielen. Für etwas grössere Kinder sind Bohnen- oder Linsensäckchen eine spannende Alternative zu Bällen, da diese nicht rollen oder gleiten und Ihr Kind allein für die Bewegung sorgen muss.

Grosse bewegliche Spielzeuge - beispielsweise ein Plastik-Truck - motivieren Ihr Kind zum Ziehen und Schieben. Wichtig ist, dass das Spielzeug altersgerecht und weder wegrollen noch kippen kann. Ab dem zweiten Lebensjahr lieben Kinder Gleitrollen-Geräte, auf denen sie sich mit den eigenen Füssen vorwärtsschieben können, etwas später werden die Gefährte dann durch ein Dreirad abgelöst.

Rennen, Toben, Balancieren

Rennen und toben möchten Kinder, sobald sie laufen können. Auch in der Stadt finden sie in Parks und Grünanlagen einen sicheren Ort dafür. Ihr Kleinkind wird die neue Freiheit ausgiebig geniessen und sich besonders freuen, wenn Sie es dabei begleiten, ohne es jedoch in seinen Bewegungswünschen einzuschränken.

Falls Sie einen Garten haben, findet Ihr Kind einen idealen Raum für vielfältige Aktionen. Vielleicht gestalten Sie Teile Ihres Gartens zu einem "Abenteuerspielplatz" um: An Klettergerüsten, Schaukeln, Rutschen oder einem Baumhaus wird Ihr Kind nicht nur in seinen ersten Lebensjahren, sondern bis weit ins Schulalter hinein seine Freude haben.

Balancieren fällt kleinen Kindern anfangs natürlich schwer - mit Ihrer Unterstützung klappt auch diese Übung bald. Am besten beginnen Sie mit einem Balanceakt zu ebener Erde, beispielsweise auf den Zwischenfugen von Gehwegplatten oder einem flachgelegten Brett.

Im Alter von zwei Jahren schaffen Kinder auch, auf einer Schräge zu balancieren. Wichtig: Sorgen Sie dabei für Sicherheit, aber leisten Sie nicht zu viel Hilfestellung, das Kind soll dabei lernen, sein eigenes Gleichgewicht zu finden.

Eltern-und-Kind-Turnen - Angebote ab zwei Jahren

Irgendwann werden sich Ihre Kids auch sportliche Aktivitäten mit anderen Kindern wünschen. Eltern-und-Kind-Turnen bietet dafür einen perfekten Einstieg. Angebote dafür gibt es unter anderem von Sportvereinen, Volkshochschulen, Familienbildungsstätten, Hebammen sowie von einigen Krankenkassen.

Die Gebühren dafür können beträchtlich schwanken, am günstigsten turnt Ihr Kind meist, wenn Sie selbst bereits Mitglied in einem Turn- und Sportverein sind.

Das Kinderturnen wendet sich an Kinder ab zwei Jahren. Die Kurse sind abwechslungsreich und kindgerecht gestaltet. Meist steht den kleinen ein Geräte-Parcours zur Verfügung, an dem sie ihre grobmotorischen Fähigkeiten schulen. Auch Tanzen, Ball-Übungen, Sing- und Fingerspiele sowie ausgiebiges Toben gehören zum Programm.

Die Eltern werden in die Trainingsstunden aktiv eingebunden. Ein solcher Kurs lenkt nicht nur den Bewegungsdrang Ihres Kindes in kreative Bahnen, sondern trägt auch viel zu seiner Persönlichkeitsentwicklung bei.

Die Kinder lernen durch das Turnen in Gemeinschaft ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen kennen, entwickeln einen gesunden Ehrgeiz, Stolz auf die eigene Leistung und entwickeln Selbstvertrauen.

Kindersport im Sportverein

Je älter die Kinder werden, desto stärker bilden sie Vorlieben für eine bestimmte Sportart aus, die in den kommenden Jahren allerdings noch mehrfach wechseln können. Der beste Rahmen dafür ist ein Sportverein. Wichtig: Dabei geht es in der Regel nicht um Leistungssport, sondern vor allem um Spass an sportlicher Bewegung.

Das Training sollte auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sein und auch viele spielerische Elemente enthalten. Ein Schnuppertraining verschafft Ihrem Kind und Ihnen einen guten Eindruck, was im Kurs passiert und auch darüber, ob und wie die Trainer den Bedürfnissen der kleinen Sportler entgegenkommen.

Welcher Sport in welchem Alter?

  • Ab zwei Jahre: Kinderturnen
  • Ab vier Jahre: Radfahren, Skilaufen, Schwimmen lernen
  • Ab fünf Jahre: Fussball, Ballett - zunächst nicht als leistungsorientierter Unterricht, sondern als künstlerisches Spiel
  • Ab sechs Jahre: Judo, Taekwondo, Karate
  • Ab sieben Jahre: Hand-, Basket- oder Volleyball, Klettern, Schwimmen als Wettkampfsport
  • Ab acht Jahre: Tennis
  • Ab 10 Jahre: Leichtathletik als Wettkampfsport

Bei diesen Altersangaben kann es selbstverständlich nur um allgemeine Richtwerte gehen. Entscheidend ist, über welche Bewegungs- und Koordinationsfähigkeiten Ihr Kind verfügt. Falls sich - vielleicht weil Sie selber leidenschaftlich Tennis spielen - auch Ihr fünfjähriges Kind bereits für diese Sportart interessiert, steht einem Testlauf sicher nichts entgegen.

Gut ist, wenn Sie Ihren Kindern verschiedene sportliche Angebote machen und seine Erfahrungen damit positiv begleiten.

Geprüft von einem Therapeuten

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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