Atemtechnik für die Wehen
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Hebammengeprüft

Atemtechnik für die Wehen

Die richtige Atemtechnik für die Wehen ist eine der wichtigsten Grundlagen bei einer Geburt. Aus diesem Grund vermitteln Hebammen in den Geburtsvorbereitungskursen verschiedene Aspekte der Atmung und Entspannung besonders detailliert.

windeln.ch Redaktion
von windeln.ch Redaktion
Tue, 29.08.2017 - 09:04 Mon, 02/26/2018 - 08:05

Die richtige Atemtechnik während der Geburt

Durch das gleichmässige und tiefe Atmen werden nicht nur die Wehenschmerzen der Gebärenden gelindert: Darüber hinaus wird das Baby im Bauch ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Auch wenn solche Vorbereitungskurse anfangs von vielen werdenden Eltern als "Hechel-Kurse" belächelt werden, sind sie von grosser Bedeutung für Mutter und Kind. Um Ihnen und Ihrem Baby die Geburt zu erleichtern gibt es für die verschiedenen Phasen einer Geburt entsprechende Aspekte, die Sie bei Ihrer Atmung beachten sollten. Diese stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Grundregeln der Atmung bei Geburt und Wehen

Auch wenn es während der schmerzhaften Wehen schwer fällt: Versuchen Sie immer ruhig und gleichmässig durch die Nase einzuatmen. Die Ausatmung erfolgt durch den leicht geöffneten Mund. Achten Sie ausserdem bitte darauf, dass Sie Ihre Lippen nicht aufeinanderpressen. Bei einem geöffneten Mund kann sich auch der Muttermund leichter öffnen. Um Ihr Baby ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, halten Sie bei der Geburt niemals die Luft an, ausser in der Austreibungsphase, in der Sie aktiv schieben müssen.

Haben Sie keine Angst, dass Sie die richtige Atmung bei der Geburt "vergessen": Viele Frauen atmen während einer Geburt intuitiv und wenden das Gelernte aus dem Vorbereitungskurs problemlos an. Ausserdem erhalten Sie von Ihrer Hebamme zuverlässige Anweisungen, wie Sie während der Geburt atmen müssen.

Die Eröffnungsphase: Tiefe Atmung in den Bauch

Die Wehen kommen und gehen in der Eröffnungsphase in Wellen und dauern etwa 1bis 1,5 Minuten. Anfangs sind die Abstände noch relativ lang, rückt die Geburt näher, werden die Abstände zwischen den Wehen kürzer. Eine gleichmässige Atmung ist in dieser Phase das A und O: Holen Sie zu Beginn der Wehe tief Luft, atmen Sie tief in den Bauch und lassen die Luft durch den geöffneten Mund langsam entweichen. Einigen Frauen hilft es, wenn sie beim Ausatmen lange Töne wie "Ooooh" oder "Aaaah" sagen. Tipp: Atmen Sie dreimal so lang aus, wie Sie eingeatmet haben. Falls Ihr Mund durch die Atmung trocken wird, trinken Sie in den Wehenpausen etwas Wasser.

Der Eröffnungsphase folgt die kurze Übergangsphase. Von dem früher empfohlenen Hecheln wird mittlerweile abgeraten, da Frauen durch diese Atmung hyperventilieren können.

Die Austreibungsphase: Das Atmen nicht vergessen!

Der Muttermund ist in der Austreibungsphase vollständig geöffnet und das Baby wird nach unten Richtung Becken geschoben. Nun setzen die Presswehen ein und Sie dürfen endlich aktiv mitschieben, damit Ihr Baby bald das Licht der Welt erblickt. In dieser Phase machen viele Gebärende häufig einen gravierenden Fehler: Um mehr Druck aufbauen zu können, halten Sie die Luft an. Atmen Sie dagegen gleichmässig weiter, werden die Kontraktionen unterstützt. Ist die Wehe abgeklungen, atmen Sie wieder tief ein und aus, um sich von den Strapazen kurz zu erholen. Diese gleichmässige Atmung verhindert ausserdem, dass Sie hyperventilieren und in Atemnot geraten.

Auch wenn die Schmerzen in dieser Phase besonders gross sind und Sie am liebsten nur noch schieben möchten, um die Geburt voranzutreiben: Wenn Ihr Hebamme Sie auffordert mit dem Schieben aufzuhören, hören Sie auf die Anweisungen. So kann sich der Damm langsam dehnen, ohne plötzlich einzureissen, wenn der Kopf Ihres Babys nach draussen möchte.

Atemnot: Zurück zum gleichmässigen Rhythmus

Unter der Geburt kann es durchaus vorkommen, dass Sie sich verkrampfen oder gar in Panik geraten. Die Atmung wird dann unregelmässig und beschleunigt sich, so dass Atemnot bis zur Hyperventilation auftreten kann. Die Folgen können Schwindel, Sehstörungen und schlechte Herztöne beim Kind sein. Damit sich dieser Zustand schnell wieder normalisiert, sollten Sie sich ganz auf eine ruhige und tiefe Atmung konzentrieren. Ihre Hebamme und auch Ihr Partner können Ihnen dabei helfen, zu Ihrem Rhythmus zurückzufinden.

Die Nachgeburtsphase: Ruhig und tief atmen

Halten Sie Ihren kleinen Liebling endlich in Ihren Armen, beginnt die Nachgeburtsphase. In dieser Phase löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird als Nachgeburt abgestossen. Auch wenn die grössten Schmerzen überstanden sind: Die Kontraktionen der Gebärmutter können sehr unangenehm bis schmerzhaft sein und einige Stunden andauern. Um diese Schmerzen etwas zu lindern, empfiehlt sich die ruhige und tiefe Atmung aus der Eröffnungsphase: Sie atmen tief durch die Nase ein und lange durch den Mund wieder aus.

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