Der Geburtsablauf
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Arztgeprüft

Der Geburtsablauf

So individuell wie die Schwangerschaft ist auch die Geburt - Die Geburt wird nach 9 Monaten Schwangerschaft von vielen werdenden Mamas sehnlichst erwartet. Bis das Baby aber tatsächlich das Licht der Welt erblickt, haben die Mama und das Ungeborene noch jede Menge zu leisten. Medizinisch gesehen beginnt die Geburt, wenn sich der Gebärmuttermund öffnet und endet mit dem Ausstossen der Plazenta, der sogenannten Nachgeburt.

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von Dr. Verena Breitenbach
Thu, 17.08.2017 - 10:30 Tue, 07/23/2019 - 12:15

Geburtsablauf: Die vier Phasen der Geburt

So individuell jede Schwangerschaft verläuft, so unterschiedlich ist auch die Länge einer Geburt: Bei Erstgebärenden dauert eine Geburt im Durchschnitt 13 Stunden, beim zweiten Kind geht es häufig etwas schneller. Unterteilt wird der Geburtsablauf in vier Phasen: Die Eröffnungsphase, die Übergangsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtphase.

Geburtsablauf

Die Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase kündigt sich bei der Schwangeren mit den sogenannten Eröffnungswehen an, die zunächst regelmässig in Abständen von 20 bis 30 Minuten kommen.

In dieser Zeit sind viele Schwangere noch sehr entspannt und bereiten sich langsam auf die Fahrt in die Klinik oder das Geburtshaus vor. Bei der Eröffnungsphase handelt es sich um die längste Phase im Geburtsablauf, die bei der ersten Geburt etwa 8 bis 14 Stunden dauern kann. Mit jeder weiteren Geburt verkürzt sich diese Phase in der Regel.

In der Eröffnungsphase springt häufig die Fruchtblase, falls sie das nicht schon vor Geburtsbeginn getan hat. Falls die Geburt ins Stocken gerät, helfen Hebammen mit der sogenannten Blasensprengung nach:

Dabei wird die Fruchtblase mit einem kleinen Instrument geöffnet. Am Ende der Eröffnungsphase kommen die Wehen etwa alle zwei Minuten, werden stärker und dauern länger an.

Die Übergangsphase

Bei der zweiten Phase im Geburtsablauf handelt es sich um die Übergangsphase. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie kurz und besonders heftig ist. Zu diesem Zeitpunkt werden die Wehen von den Frauen als sehr intensiv und schmerzhaft empfunden. Der Muttermund ist am Ende dieser Phase mit etwa 8 bis 10 Zentimetern vollständig eröffnet.

Auch wenn die kurze Übergangsphase sehr schmerzhaft ist: Bis zur Geburt des Babys dauert es nun meist nicht mehr lange.

Die Austreibungsphase

Auf die Übergangsphase folgt die sehr anstrengende Austreibungsphase, an deren Ende das Kind geboren wird. In dieser Phase ist der Kopf des Babys bereits tief an den Eingang des Beckens gerutscht und drückt dort sehr stark auf den Enddarm. Dadurch wird bei der Gebärenden ein enormer Pressdrang ausgelöst.

Charakteristisch für diese Phase sind die sehr kräftigen Presswehen, die nun im Minutentakt auftreten und bis zu 90 Sekunden andauern können. Die Wehen werden von kurzen Pausen abgelöst, in der die Gebärenden für einen kurzen Moment entspannen und durchatmen kann. 
Mit jeder weiteren Wehe wird der Kopf des Babys ein Stück weiter durch das Becken geschoben. Frauen verspüren zu diesem Zeitpunkt einen heftigen Drang mitzuschieben.

Um den Geburtsvorgang in der Austreibungsphase aktiv zu unterstützen, können Gebärende die Schwerkraft ausnutzen und eine entsprechende Geburtsposition wählen:

Im Stehen, im Vierfüsslerstand oder auf einem Gebärhocker wird das Baby leichter durch das Becken nach unten geschoben. Nach mehreren Presswehen ist der Kopf des Kindes von aussen sichtbar und die Hebamme gibt nun genaue Anweisungen. Wenn der Kopf des Kindes nämlich zu schnell durch die Scheide austritt, kann es zu einem Dammriss kommen.

Mit jeder weiteren Presswehe schiebt sich der Körper des Kindes durch den Geburtskanal, um schliesslich am Ende der Austreibungsphase vollständig geboren zu werden. 

Die Nachgeburt

Es ist geschafft! Nachdem das Baby vom Schleim befreit und die Nabelschnur durchtrennt wurde, können sich die jungen Eltern ganz auf ihren kleinen Liebling konzentrieren. Wirklich beendet ist der Geburtsablauf allerdings erst mit der vierten und letzten Phase, der Nachgeburtsphase.

Bei der sogenannten Nachgeburt handelt es sich um die Plazenta und die Eihäute, die das Baby umgeben haben.

Mit einigen Nachwehen, die das Zusammenziehen der Gebärmutter fördern, löst sich die Plazenta langsam von der Gebärmutterwand. Diese Nachwehen sind mit Menstruationsschmerzen vergleichbar und werden meist von Geburt zu Geburt schmerzhafter.

Die Hebamme kontrolliert nun, ob die Nachgeburt vollständig ausgestossen wurde und keine Reste in der Gebärmutter zurückgeblieben sind.

Verbleiben Reste in der Gebärmutter, können diese später die Ursache für Blutungen oder Infektionen wie zum Beispiel das Kindbettfieber sein. Wenn sich die Nachgeburt auch nach etwa 10 Minuten nicht von der Gebärmutterwand gelöst hat, ist es hilfreich sein Baby an die Brust anzulegen: Mit dem Saugen des Babys werden die Nachwehen und damit die Kontraktionen der Gebärmutter angeregt.

© lovleah

Fazit
Die Geburt wird in vier Phasen eingeteilt
Die Eröffnungsphase ist die längste und kann 12 Stunden und länger dauern
Die Übergangsphase ist sehr kurz und besonders schmerzintensiv
Am Ende der Austreibungsphase wird das Kind geboren
Mit dem Ausstossen der Plazenta in der Nachgeburtsphase ist die Geburt beendet
Die Geburtsphasen gehen ineinander über und lassen sich nicht immer eindeutig trennen
Der Text wurde von einem Arzt geprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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