Schwangerschaft nach Tot- oder Fehlgeburt
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Arztgeprüft

Schwangerschaft nach Tot- oder Fehlgeburt

Körper, Seele, Lebensplanung - Frauen, die sich ein Baby wünschen, haben oft schon vor dem Beginn der Schwangerschaft ihr gesamtes Leben auf den neuen Erdenbürger ausgerichtet. Mit der Nachricht "Sie sind schwanger!" beginnt für sie ein lang ersehnter neuer Lebensabschnitt. Oft ist die Freude jedoch nicht von Dauer: Schätzungsweise 15 bis 20 Prozent aller festgestellten Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt.

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von Dr. Verena Breitenbach
Mon, 11.05.2015 - 09:22 Tue, 07/23/2019 - 11:35

Die nächste Schwangerschaft verläuft bei den meisten Frauen ohne Komplikationen

Die weitaus meisten Fehlgeburten ereignen sich in der frühen Schwangerschaft. Die häufigste Ursache dafür sind embryonale Fehlentwicklungen, durch die das Kind nicht lebensfähig ist. In späteren Stadien der Schwangerschaft können Infektionen und andere Schwangerschaftskomplikationen zu Tot- und Fehlgeburten führen.

Viele Frauen möchten sich danach so bald wie möglich ihren Kinderwunsch erneut erfüllen. Die meisten von ihnen können damit rechnen, dass die nächste Schwangerschaft unauffällig verläuft. Vor allem seelisch hinterlässt der Verlust des Kindes jedoch Spuren.

Wann sollten Frauen nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden?

Nach einer Fehlgeburt möchten viele Betroffene möglichst bald wieder schwanger werden. Physiologisch ist eine Empfängnis schon nach wenigen Wochen möglich. Zwei bis sechs Wochen nach einer Fehlgeburt erfolgt der erste Eisprung, womit die Möglichkeit einer Schwangerschaft wieder gegeben ist.

An der Frage, wann eine erneute Schwangerschaft aus medizinischer Sicht zu empfehlen ist, scheiden sich die Geister: Die Weltgesundheitsorganisation rät, nach einer Fehlgeburt damit mindestens ein halbes Jahr zu warten, damit der Körper sich erholen und seinen normalen Hormonstatus wieder erreichen kann. Viele Frauenärzte empfehlen drei Monate Wartezeit.

Betroffene Frauen erleben diese Zeit jedoch nicht selten als belastend - sie wünschen sich ein Kind, sind jedoch zu Verhütungsmassnahmen gezwungen. Grundsätzlich spricht oft nichts gegen eine schnelle weitere Schwangerschaft. Eine Studie der Universität Zürich zeigt, dass der Zeitpunkt ihres Eintritts keinen Einfluss auf die Häufigkeit weiterer Fehlgeburten hat. Eine Studie der Uni Aberdeen legt sogar niedrigere Komplikationsraten nahe, wenn die nächste Schwangerschaft innerhalb von sechs Monaten nach einer Fehlgeburt beginnt.

Falls die Ursachen der Fehlgeburt - beispielsweise Infektionen oder Hormonstörungen - bekannt sind, sollten sie vor einer neuen Schwangerschaft natürlich ausgeschaltet werden. Auch nach einer Totgeburt und vor allem nach einem Kaiserschnitt braucht der Körper Zeit sich zu erholen. Ärzte und Hebammen empfehlen in diesem Fall, mit dem nächsten Kind mindestens ein Jahr zu warten.

Wie verläuft die nächste Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt?

Eine Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt wird aus medizinischer Sicht immer als Risikoschwangerschaft betrachtet, die Schwangere und ihr Baby werden also besonders engmaschig überwacht. Rein statistisch liegt das Risiko einer erneuten Fehlgeburt bei 24 Prozent. Mit einem komplikationslosen Verlauf der nächsten Schwangerschaft können jedoch die weitaus meisten Frauen rechnen.

Vielen Frauen fällt es nach Tot- oder Fehlgeburten jedoch schwer, ihrem Körper wieder zu vertrauen - statt von Freude auf das Kind ist diese Schwangerschaft von der Angst geprägt, auch dieses Baby zu verlieren. Sie tritt hoffentlich etwas zurück, wenn der seelisch besonders sensible Zeitpunkt des früheren Ereignisses vorbei ist.

Aber: Jede Schwangerschaft nimmt einen einzigartigen Verlauf, frühere Komplikationen müssen sich nicht zwangsläufig wiederholen. Gut ist, wenn sich die Schwangere von Anfang an emotionale und praktische Unterstützung sucht. Auch die frühzeitige Begleitung durch eine Hebamme ist jetzt oft besonders wichtig. Durch ihre Erfahrung, menschliche Kompetenz und auch ihr Wissen um natürliche Heilverfahren und Entspannungstechniken kann eine Hebamme die Schwangere nach einer Tot- oder Fehlgeburt sehr wirkungsvoll entlasten.

Was ist, wenn sich Fehlgeburten wiederholen?

Ganz ausgeschlossen sind jedoch auch weitere Fehlgeburten nicht, rein statistisch betreffen sie 24 Prozent aller Frauen, die bereits eine Fehlgeburt erlitten haben. Von einem habituellen Abort sprechen Ärzte dann, wenn mindestens drei Schwangerschaften durch eine Fehlgeburt beendet wurden. In solchen Fällen sind eine tiefergehende Ursachenklärung und eine entsprechende Behandlung nötig.

Ursachen für habituelle Fehlgeburten können beispielsweise hormonelle Störungen, genetische Auffälligkeiten beider Eltern oder eines Elternteils, verstärkte Immunreaktionen oder latente Infektionen sein. Die Chance, dass die Ursache gefunden wird und eine gezielte Therapie erfolgen kann, liegt mit 50 bis 60 Prozent recht hoch, einige Universitätskliniken bieten dafür Spezialsprechstunden an.

Trauerbegleitung nach einer Tot- oder Fehlgeburt

Die seelische Bewältigung einer Tot- oder Fehlgeburt erfordert Zeit - für die betroffenen Frauen und auch ihre Partner. Vor allem nach frühen Fehlgeburten erwarten Angehörige und Freunde jedoch oft, dass sie nach kurzer Zeit wieder "zur Tagesordnung" übergehen. Der Austausch mit Müttern oder Paaren, die ähnliche Erfahrungen machen mussten, kann für ihre Trauerbewältigung existenziell sein. Wichtige Ansprechpartner im Internet sind die Sternenkinder-Eltern, Informationen dazu finden sich im Internet.

Fazit
Für die Mutter und ihren Partner ist eine Tot- oder Fehlgeburt ein einschneidendes Erlebnis, das sich in einer nächsten Schwangerschaft jedoch nicht wiederholen muss
Falls keine medizinische Gründe dagegen sprechen, können Frauen nach einer erlittenen Fehlgeburt sehr bald wieder schwanger werden
Eine Schwangerschaftsbegleitung, die auch Ängste und die psychischen Folgen früherer Fehlgeburten ernst nimmt, ist in einer neuen Schwangerschaft besonders wichtig
Selbsthilfegruppen oder eine professionelle (Online-) Therapie können bei der Trauerbewältigung nach Tot- und Frühgeburten helfen
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Homöopathisch ist Ignatia ein gutes Trauermittel.
  • Lassen Sie die Trauer zu.
Der Text wurde von einem Arzt geprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

 
 
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