11. Schwangerschaftswoche (SSW)
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11. Schwangerschaftswoche (SSW)

"Feinarbeit" an Organen und Skelett - Freuen Sie sich: Die kritische Phase der Frühschwangerschaft ist nun überstanden und alle wichtigen Organe sind angelegt. Ab jetzt beginnt eine Zeit des intensiven Wachstums. Der Fötus gewinnt nun immer mehr menschliche Züge und sein Herzschlag ist deutlich im Ultraschall zu erkennen. Auch Ihr eigener Herzschlag und Puls erhöhen sich vermutlich in den nächsten Wochen durch die Zunahme an Blutvolumen in Ihrem Körper. Achten Sie daher auf genügend Flüssigkeit, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Denken Sie an die 1. grosse Vorsorgeuntersuchung!

windeln.ch Redaktion
von windeln.ch Redaktion
Thu, 22.06.2017 - 11:36 Thu, 02/28/2019 - 10:50

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Das Baby in der 11. SSW

In der 11. Schwangerschaftswoche gewinnt der Fötus immer deutlicher "menschliche Züge". Die aus der Evolution stammende Schwanzanlage hat sich zurückgebildet. Zwar ist der Kopf des Kindes nach wie vor der grösste Körperteil, Arme und Beine nähern sich jedoch bereits allmählich ihren endgültigen Proportionen.

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Für das Baby beginnt jetzt eine intensive Wachstumsphase, in den kommenden drei Wochen wird es seine Körperlänge nahezu verdoppeln. In der SSW 11 wiegt es etwa sieben Gramm und ist in der Scheitel-Steiss-Höhe zwischen drei und vier Zentimeter lang.

Alle wichtigen Organe des Babys wurden in den vergangenen Wochen angelegt. Finger und Zehen sind jetzt ausdifferenziert und klar getrennt, auch die Zahnknospen sowie die Anlagen der Geschlechtsorgane sind bereits vorhanden. In der 11. SSW geht es nun vor allem um die "Feinarbeit": Die Ohren wandern vom Hals an ihre endgültige Position. An den Fingern und Zehen wachsen erstmals Nägel, unter dem Zahnfleisch bilden sich die ersten Milchzähne heraus. Die bisher knorpelige Skelettstruktur verknöchert, auch der Brustkorb des Fötus schliesst sich in dieser Woche.

Durch die Entstehung neuer Hautschichten ist die Haut in der 11. Schwangerschaftswoche bereits etwas weniger transparent. Jetzt entstehen auch die ersten Härchen, die den Körper des Kindes bald vollständig als ein feiner Flaum bedecken. Die Augenlider sind jetzt voll entwickelt und geschlossen - seine Augen wird das Baby erst im sechsten Schwangerschaftsmonat wieder öffnen. Bei Jungen wird der Penis sichtbar, eine eindeutige Geschlechtsbestimmung durch Ultraschall ist jedoch erst in einigen Wochen möglich. In der 11. SSW wachsen ausserdem die Därme, die zunächst bis in die Nabelschnur reichen können, um in den kommenden ein bis zwei Wochen dann an ihre richtige Position zu gelangen.

Aus dem embryonalen Neuralrohr haben sich Gehirn und Rückenmark entwickelt, die Gefahr von Neuralrohrdefekten durch Folsäuremangel (Anenzephalie oder Spina Bifida/"offener Rücken") ist damit gebannt, trotzdem sollte die Mutter noch bis zum Ende des ersten Trimesters Folsäure-Präparate als Nahrungsergänzung zu sich nehmen.

In der 11. Schwangerschaftswoche ist das Baby bereits sehr aktiv und kann seine Bewegungen auch schon zielgerichtet steuern, es kann schlucken und ballt die Hand zur Faust. Die Mutter wird die Bewegungen ihres Kindes allerdings erst zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche erstmals spüren.

Die Mutter - grösseres Blutvolumen und erhöhtes Trinkbedürfnis

Tipp: Für zwei essen

Die meisten Frauen haben in der 11. SSW die Beschwerden der Frühschwangerschaft - Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen - überwunden. Oft leiden sie in dieser Woche jedoch unter Kreislaufproblemen und einem erhöhtem Puls. Der Grund dafür liegt darin, dass der Körper jetzt beginnt, für die Versorgung des Babys und der Plazenta mehr Blut zu produzieren, bis zum Ende der Schwangerschaft wird sich das mütterliche Blutvolumen um rund 50 Prozent vergrössert haben.

Die Beschwerden klingen nach einer Übergangsphase in der Regel wieder ab - gut ist, wenn die Mutter sich bis dahin Zeit für regelmässige Pausen nehmen kann. Starke oder länger anhaltende Kreislaufprobleme gehören in die Hand des Arztes. Als positiver Nebeneffekt verbessert sich die Durchblutung der Extremitäten, in den folgenden Monaten können sich schwangere Frauen in der Regel über angenehm warme Hände und Füsse freuen.

Durch die vermehrte Blutproduktion wächst auch das Trinkbedürfnis. Ausreichendes Trinken - mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag - ist nicht nur jetzt, sondern während der gesamten Schwangerschaft unverzichtbar. Daraus resultier allerdings auch ein vermehrter Harndrang, der die Frauen bis zum Ende der Schwangerschaft begleiten wird.

Durch die hormonelle Umstellung hervorgerufene Verstopfungen klingen in der 11. Schwangerschaftswoche langsam ab, durch das Wachstum der Gebärmutter können in den kommenden Wochen und Monaten jedoch trotzdem Verdauungsprobleme eine Rolle spielen. Viele Frauen stellen fest, dass ihre Haare und Nägel jetzt intensiver wachsen.

In der 11. SSW füllt der Uterus füllt das gesamte Becken der Frau aus und wächst in die Bauchhöhle hinein. Die Gewichtszunahme im ersten Trimester hält sich mit 1,5 bis zwei Kilogramm jedoch in Grenzen. "Für zwei essen" muss die Mutter in dieser Phase der Schwangerschaft auf keinen Fall. Wichtig ist dagegen eine ausgewogene und vollwertige Ernährung, die Mutter und Kind mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgt.

Die erste grosse Vorsorgeuntersuchung ist fällig

Spätestens in der 11. SSW ist auch die erste grosse gynäkologische Untersuchung fällig. Der Arzt misst dabei zunächst Gewicht und Blutdruck. Überschreitet ein erhöhter Blutdruck eine bestimmte Risiko-Grenze, wird unter strenger ärztlicher Beobachtung Acetylsalicylsäure in einer niedrigen Dosierung verordnet, um spätere Schwangerschaftskomplikationen auszuschliessen.

Der Urin wird auf das Vorhandensein von Eiweiss, Zucker, Bakterien und Blut untersucht. Ein Blutbild gibt Aufschluss über den Hämoglobin-Gehalt des Blutes, also über die Sauerstoffversorgung der Mutter und des Kindes, sowie über einen eventuellen Eisenmangel. Ausserdem werden die Blutgruppe, der Rhesus-Faktor und - falls keine zweimalige Röteln-Impfung oder ein Röteln-Antikörper-Nachweis vorliegt - der Röteln-Immunstatus getestet. Im Rahmen der vaginalen Untersuchung kontrolliert der Gynäkologe die Lage der Gebärmutter sowie den Muttermund und schliesst Infektionen oder krankhafte Veränderungen aus.

Die Untersuchung des Babys erfolgt mittels Ultraschall. Dabei wird die Scheitel-Steiss-Länge des Fötus ausgemessen. Auf Basis dieser Daten passt der Arzt gegebenenfalls auch die berechnete Schwangerschaftsdauer an. Ausserdem überprüft er Lage und Bewegungen des Babys sowie die Entwicklung der Extremitäten und Organe. Mittels Kardiotokografie kontrolliert er die Herztätigkeit des Kindes.

Ab der 10. Schwangerschaftswoche können ausserdem erstmals Massnahmen der pränatalen Diagnostik vorgenommen werden, falls sich aus der Ultraschalluntersuchung oder der individuellen Situation der Schwangeren Anhaltspunkte für besondere Risiken ergeben.

Als Untersuchungsmöglichkeiten stehen neben der gezielten Ultraschall-Untersuchung verschiedener Organe - vor allem der Nackentransparenz- oder Nackendichte-Messung - auch Bluttests sowie die beiden invasiven Verfahren der Fruchtwasser-Untersuchung (Amniozentese) und der Chorionzotten-Biopsie zur Verfügung, wobei die Amniozentese erst in der 16. SSW durchgeführt werden kann.

Die Standarduntersuchungen werden grundsätzlich von den Krankenkassen getragen. Bei weiterführenden Gesundheitstests für Mutter oder Kind übernimmt die Kasse die Kosten immer dann, wenn dafür eine medizinische Notwendigkeit besteht.

Untersuchungen, Termine, Wohlbefinden in der 11. SSW

Tipp: Jetzt den Arbeitgeber informieren

 

Bis zur 15. SSW ist nach der Krankenpflege-Leistungsverordnung nur eine einzige Vorsorgeuntersuchung vorgesehen - meist erwarten Ärzte Schwangere dazu in der 11. oder 12. SSW. Ab der 16. SSW steht ein Arzt- oder Hebammenbesuch zunächst jeden Monat, ab der 32. Woche dann in kürzeren Intervallen an. Bereits jetzt sollten schwangere Frauen beginnen, sich Gedanken über ihre "Wunschgeburt" zu machen und Kontakte zu Krankenhäusern, einem Geburtshaus oder einer Hausgeburthebamme herzustellen. Geburtsvorbereitungskurse haben teilweise lange Wartefristen - eine frühzeitige Terminvereinbarung hilft, spätere Probleme zu vermeiden.

Tipp: Jetzt die erste Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen

Auch wenn die Schwangerschaft für "Aussenstehende" noch nicht deutlich sichtbar ist, haben sich der Körper und auch die Psyche der Mutter in der 11. SSW bereits stark auf das Baby eingestellt. Väter haben dabei oft das Gefühl, dass sie für ihre Partnerin derzeit keine grosse Rolle spielen. Auch der Partner sollte jedoch die Möglichkeit bekommen, sich emotional auf das Baby vorzubereiten.

Optimal ist, wenn werdende Eltern die Zeit der Schwangerschaft gemeinsam planen und geniessen, der Vater vielleicht auch zu den Vorsorgeuntersuchungen mitgeht und dabei sein Kind erstmals "live" erlebt - emotional werden das Paar und später auch das Baby von dieser Nähe auf alle Fälle profitieren.

Erwünscht und wichtig ist ansonsten alles, was das körperliche und seelische Wohlbefinden der Frau - und der werdenden Familie - fördert. Gute Haar- und Hautpflege sowie ein sanftes Sportprogramm sind wichtige Wellness-Faktoren kompensieren die körperlichen Veränderungen und Belastungen durch die Schwangerschaft, gleichzeitig beugen sie späteren Schwangerschaftsbeschwerden, Komplikationen oder auch Depressionen vor.

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Überblick - 11. Schwangerschaftswoche
In der 11. SSW ist die Frühschwangerschaft fast abgeschlossen. Für das Baby beginnt jetzt die "Feinarbeit" an Organen und Skelett sowie eine intensive Wachstumsphase.
Das Kind ist bereits sehr beweglich, alle Organe sind funktionsfähig und entwickeln sich in den kommenden Wochen und Monaten zu ihrer vollen Reife.
Spätestens jetzt sollten schwangere Frauen die erste grosse gynäkologische Vorsorgeuntersuchung absolvieren und ihren Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren.
Die meisten Frauen erholen sich in der SSW 11 von den Beschwerden der frühen Schwangerschaft. Durch die vermehrte Blutbildung verspüren sie jedoch oft Kreislaufschwierigkeiten sowie ein deutlich stärkeres Trinkbedürfnis.
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