Heisshunger in der Schwangerschaft
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Heisshunger in der Schwangerschaft

Heisshunger auf bestimmte Lebensmittel gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen der Schwangerschaft. Oft sind Heisshungerattacken sogar eines der ersten Anzeichen dafür, dass ein Baby unterwegs ist. Wo die Gründe für die Schwangerschaftsgelüste liegen, ist auch unter Experten nicht vollständig geklärt.

Ina Ilmer
von Ina Ilmer
Hebamme & Mutter
Tue, 29.08.2017 - 09:05 Tue, 07/23/2019 - 12:23

Heisshungerattacken sind die ersten Symptome einer Schwangerschaft

Dass Schwangere Heisshunger auf saure Gurken oder Rollmöpse entwickeln, gehört zu den Klischees, die mit einer Schwangerschaft verbunden sind. Ein typisches, wenn auch noch unsicheres Schwangerschaftsanzeichen sind solche Gelüste auf jeden Fall.

Daneben gibt es natürlich auch die sprichwörtlichen ungewöhnlichen Lebensmittelkombinationen wie Oliven und Cornichons zu Käsekuchen oder Sardinen zu Schokoladentorte. Manche Frauen haben in der Schwangerschaft Heisshunger auf Speisen, die sie in nicht-schwangeren Zeiten überhaupt nicht mögen.

Heisshunger durch die Wirkung der Schwangerschaftshormone

Heisshunger und besondere Gelüste sind in jeder Schwangerschaftsetappe möglich. In den ersten Wochen der Schwangerschaft sind sie jedoch besonders typisch. Der Körper der Mutter stellt sich in dieser Zeit auf die Schwangerschaft und die Versorgung des ungeborenen Babys ein.

Ab dem Zeitpunkt der Empfängnis wird er durch die verschiedenen Schwangerschaftshormone regelrecht geflutet. Die meisten Frauen erleben in der frühen Schwangerschaft, dass sich ihr Geruchs- und Geschmackssinn durch die Wirkung der Hormone stark verändert.

Eine medizinische Theorie besagt, dass vor allem das sogenannte schwangerschaftserhaltende Hormon (Beta-hCG, humanes Choriongonadotropin) die kulinarischen Schwangerschaftsgelüste auslöst.

Durch die Heisshungerattacken holt sich der Körper, was er braucht

Andere Ärzte vertreten die Auffassung, dass sich der Körper der Mutter sowie das Baby durch die Heisshungerattacken holen, was sie brauchen. Durch die Schwangerschaft steigt der Bedarf an Nährstoffen, der Blutzuckerspiegel sinkt schneller ab. Möglicherweise soll Heisshunger auf Süsses einen akuten Energiemangel oder einen Mineralstoffmangel beheben, hinter Heisshungerattacken auf Fleisch könnte ein Eiweissmangel stehen.

Bei sehr schlanken Frauen können Heisshungerattacken ein Zeichen dafür sein, dass der Körper damit beginnen will, Fettreserven aufzubauen. Vorsicht ist bei rohem Fisch und Fleisch sowie Rohmilchkäse angesagt. Da diese Lebensmittel gefährliche Keime enthalten können, sollten sie von schwangeren Frauen auch bei Heisshunger darauf nicht genossen werden.

Auch psychische Faktoren können Heisshunger zur Folge haben

Auch die Psyche kann bei den Heisshungerattacken eine Rolle spielen. Vielleicht haben Sie sich in nicht-schwangeren Zeiten sehr bewusst ernährt und stark auf Ihre Figur geachtet - und sehen Ihre Ernährung jetzt entspannter, da sich Ihr Körper ohnehin verändert. Andere Frauen kompensieren mit ihren Schwangerschaftsgelüsten möglicherweise Phasen, in denen sie sich seelisch etwas angeschlagen fühlen.

Für "zwei essen" müssen schwangere Frauen nicht!

Für das Baby ist Heisshunger in der Schwangerschaft nicht gefährlich oder ungesund. Ihre Heisshungerattacken müssen Sie aus diesem Grund also nicht bekämpfen. Trotzdem sollten Sie - vor allem, wenn Sie während der Schwangerschaft oft Heisshunger auf "ungesunde" Lebensmittel haben - auf eine ausgewogene Ernährung achten. Beispielsweise kann der Verzehr zu vieler Süssigkeiten einen Schwangerschaftsdiabetes zur Folge haben.

Auch der Zusammenhang zwischen häufigen Heisshungerattacken und einer zu starken Gewichtszunahme ist nicht zu unterschätzen. Nicht schwangere Frauen haben einen Grundbedarf von 2.200 bis 2.400 Kalorien pro Tag. Ab dem Beginn des vierten Schwangerschaftsmonats benötigen sie täglich etwa 250 bis 300 zusätzliche Kalorien. Diese Energiemenge entspricht beispielsweise einem Joghurt und einem Stück Obst oder einem Glas Milch und einem Käsebrot.

Tipps gegen häufige Heisshungerattacken

Häufige Heisshungerattacken können zur Belastung werden, durch die Beachtung einiger Regeln lassen sie sich etwas dämpfen:

  • Regelmässige Mahlzeiten sorgen dafür, dass Ihr Blutzuckerspiegel relativ stabil bleibt und Sie kein starkes Hungergefühl entwickeln. Optimal sind drei Mahlzeiten am Tag sowie Obst, Gemüse, Joghurt oder Nüsse als gesunde Snacks für zwischendurch.
  • Ein gutes Frühstück ist in der Schwangerschaft besonders wichtig. Auch wenn Sie in den ersten Schwangerschaftswochen unter starker Morgenübelkeit leiden, sollten Sie versuchen, vor dem Start in den Tag wenigstens eine Kleinigkeit zu essen.
  • Bewegung - ein Spaziergang oder Gymnastik - ist ein gutes Mittel, um von einer akuten Heisshungerattacke abzulenken.
  • Machen Sie sich einen Plan, wann Sie sich Ihre Schwangerschaftsgelüste erfüllen wollen und schlemmen Sie dann richtig. Zu anderen Zeiten weichen Sie möglichst auf gesunde Lebensmittel aus.
Fazit
Heisshungerattacken auf bestimmte Lebensmittel kennen fast alle Schwangeren. Oft melden sie sich bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft.
Die Ursachen des Heisshungers sind medizinisch nicht vollständig geklärt. Verschiedene Theorien besagen, dass die Wirkung der Hormone, aber auch Bedürfnisse des Körpers nach bestimmten Nährstoffen dahinter stehen könnten.
Für das Baby sind Heisshungerattacken nicht gefährlich oder ungesund. Trotzdem sollten sich die Befriedigung der Schwangerschaftsgelüste und eine gesunde, ausgewogene Ernährung die Waage halten.
Tipp
von Hebamme Ina Ilmer
  • Essen für eine Person – Bewegung für zwei! So sollte Ihre Devise in der Schwangerschaft lauten, um sie gesund und beschwerdefrei genießen zu können
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