Ihr Baby im 11. Monat
Ihr Baby im 11. Monat
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Hebammengeprüft

Ihr Baby im 11. Monat

Viele Babys verstehen kurz vorm ersten Geburtstag schon ganz genau, was Ihre Eltern zu ihnen sagen. Da der Forscherdrang oft grösser ist, als das Verständnis für "richtig" und "falsch", "gefährlich" und "ungefährlich" werden Sie Ihrem Baby öfter Gefahren aufzeigen müssen. Und dies wahrscheinlich in ähnlichen Situationen immer und immer wieder. Sollte Ihr Baby darauf verärgert oder traurig reagieren, machen Sie sich keine Vorwürfe. Nur so kann es lernen, sicher in seiner Welt zurechtzukommen.

windeln.ch Redaktion
von windeln.ch Redaktion
Tue, 20.06.2017 - 10:38 Fri, 05/31/2019 - 15:32

Der elfte Lebensmonat: Zeit für erste Grenzen

Es gehört zu Ihren Aufgaben als Eltern, Ihre persönlichen Grenzen zu zeigen und sie Ihrem Kind gegenüber ehrlich und authentisch zu äussern. Das viel erwähnte „Kindern Grenzen setzen“ ist nicht nötig, denn jeder Mensch hat von Natur aus eigene Grenzen. Sie, genauso wie ihr Kind. Nur wo diese aufeinander prallen, muss eingegriffen werden.

Sie interessieren sich für „Beziehung statt Erziehung“, den Weg, den Pädagogen heute immer mehr empfehlen? Schauen Sie mal in die Bücher von Jesper Juul „Die kompetente Familie“ oder Katia Saalfrank „Du bist ok, so wie du bist“.

Noch mehr Baby-Persönlichkeit entdecken

Die Reaktion auf Ihre Erziehungsmethoden und auch das Verhalten bei der Begegnung mit fremden Personen und Situationen sagt einiges über die Persönlichkeit Ihres Babys aus. Ab dem elften Monat beginnen viele Babys sich auch von ihren Geschwistern stärker abzugrenzen und so zu behaupten, dass Sie vielleicht schon den ersten Geschwisterstreit schlichten müssen.

Unabhängigkeit erleben und geniessen

Sehr viele Eltern freuen sich sehr, wenn Sie sehen, wie sich Ihr Baby innerhalb von wenigen Monaten vom hilflosen Säugling zum aktiven Kleinkind entwickelt hat, welches die Welt immer mehr auf eigene Faust erkundet.

Neben dem Spielen werden auch alltägliche Aufgaben immer selbstständiger von Ihrem Baby gelöst. So holt es beispielsweise auf Ihre Bitte hin Gegenstände, trinkt selbst aus seinem Becher oder sucht nach dem Lieblingsbuch zum Vorlesen. Gleichzeitig zeigt Ihr Baby Ihnen jedoch Tag für Tag immer noch, wie sehr es Sie braucht und fasziniert Sie weiterhin mit spannenden Entwicklungsschritten.

Nicht nur Babys können sich über Neues wundern. Auch die Eltern und enge Bezugspersonen eines Babys staunen oft nicht schlecht, wenn sie plötzlich Lautäusserungen und Tonlagen von sich in der Babysprache wiedererkennen. Ihr Baby entwickelt sich zum wahren Meister beim Nachahmen von Sprache.

Kinderreime und -lieder sind für die Sprachentwicklung besonders förderlich. Sie prägen sich gut ein und schulen das Erinnerungsvermögen sowie die spätere Aussprache. Vorlesen ist ebenfalls ideal, um den Wortschatz Ihres Babys weiter auszubauen und Sprachgefühl zu schulen.

Ihr Kind spricht noch nicht so viel oder so gut wie andere Babys im gleichen Alter? Dies ist kein Grund zur Beunruhigung. Jedes Kind hat in seiner Entwicklung seinen ganz eigenen Rhythmus. Fragen Sie Ihren Kinderarzt, wenn Sie Angst haben, dass Ihr Kind sich nicht zeitgemäss entwickelt.

Ganz viel Liebe

Obwohl Ihr Baby immer mehr Schritte alleine geht und sich oft ohne Sie beschäftigt, ist es immer noch sehr wichtig, dass Mama und Papa in unmittelbarer Nähe sind. Auch Trost und Kuscheleinheiten verlieren mit zunehmender Selbständigkeit nicht an Bedeutung. Im Gegenteil. Je mehr Liebe, Nähe und Geborgenheit Sie Ihrem Kind geben, umso sicherer fühlt es sich bei der Erkundung seiner Umwelt.

Endlich Zeit um Durchzuschlafen?

Je grösser ein Baby wird, umso länger schläft es am Stück. Sagen viele Bücher. Aber: Neben dem Hungergefühl gibt es jedoch zahlreiche andere Gründe, um auch nachts aufzuwachen. Nähebedürfnis, schlechte Träume, Schmerzen beim Zahnen, eine verstopfte Schnupfennase gehören zum Beispiel dazu. Ebenfalls ist es für viele Babys sehr schwer wieder einzuschlafen.

Mit Einschlafritualen und Familienbett können Sie Ihrem Kind helfen. Bedenken Sie jedoch bei der Frage des Ein- und Durchschlafens, dass jedes Kind anders ist und anders schläft. Und auch, wenn viele Schlafratgeber behaupten, dass Kinder schlafen lernen können – wachen die meisten Babys noch bis ins Kleinkindalter nachts oft auf und müssen sich kurz versichern, dass die Mama noch in der Nähe ist.

Nützliches für Babys 11. Monat

Motorikspielzeug

Auch kniffligeres Motorikspielzeug aus Holz wird jetzt interessant für die kleinen Zwerge. Durch alteresgerechtes Spielzeug werden die Fertigkeiten der Kleinen geschult und die Bewegungen weiter verfeinert. Neben dem Lerneffekt macht das Bauen, Stapeln und Spielen den Kindern auch noch richtig Spass.

Schaukelpferd

Schaukeln hat auf Babys eine sehr beruhigende und entspannende Wirkung – viele Kinder freuen sich daher über ein schönes Schaukelpferd. Das Sitzen auf dem Pferd macht nicht nur Spass, sondern es schult auch den Gleichgewichtssinn, das Rhytmus- und Taktgefühl. Für die Kleinsten wird zunächst ein Schaukeltier mit Stoffüberzug empfohlen – es muss auch nicht immer ein Pferd sein, inzwischen gibt es Schaukelbären, Tiger oder Schafe.

Kinderinstrumente

Durch den Umgang mit Xylophon, Rassel, Trommel und Co. sammeln Kleinkinder erste musikalische Erfahrungen. Das eigene Musizieren fördert das Taktgefühl und die Kinder lernen einen Rhythmus zu erkennen und nachzuahmen. Auch die kindliche Feinmotorik wird durch die Kinderinstrumente geschult.

Der elfte Monat: Alle Entwicklungsbereiche im Überblick

Wachstum
  • individuelle Zunahme von Gewicht und Körperlänge
  • Abweichungen von den Durchschnittswerten dürfen bis zu 800 g betragen
  • Durchschnittgewicht im 11. Monat: 8.800 g (Mädchen), 9.500 g (Jungen)
  • Kleidergrösse: 68 bis 80
  • Schuhgrösse: 15 bis 18
  • Kopfumfang: 42 bis 46 cm
Entwicklung der Sinne
Motorische Entwicklung
  • Pinzetten-Griff (Zeigefinger-Daumen-Griff) wird oft angewandt
  • individuelle Arten der Fortbewegung werden ausprobiert und genutzt, um beispielsweise an Spielzeuge ausserhalb der eigenen Reichweite zu gelangen (porutschen, krabbeln, robben, kreisen, überrollen usw.)
  • alleiniges Aufsetzen und Sitzenbleiben jetzt möglich
  • Hochziehen, erste Stehund Gehversuche
  • Mit den Händen Klatschen
Sprachliche Entwicklung
  • Lallmonologe: Nachahmung der in der Umgebung vorhandenen Sprachlaute
  • Übergang zu Einwortäusserungen
Eltern-Kind-Bindung
  • Äusserung des eigenen Befindens durch Mimik, Laute, erste Worte
  • Fremdeln möglich
  • sichere oder unsichere Bindung zu den Eltern
Spannende Freizeit- und Spielideen
Ernährung
Babyschlaf
  • etwa 14 Stunden Schlaf am Tag, individueller Wach-Schlaf-Rhythmus (auch nachts)
Wichtige Termine für Eltern und Baby
  • Terminvereinbarung bzw. Durchführung der 6. Vorsorgeuntersuchung (erfolgt im Zeitraum 9. bis 12. Lebensmonat)
Tipps von Hebamme Christina Altmann
  • Irgendwann wird auch Ihr Kind durchschlafen – bitte geben Sie die landläufige Meinung auf, ein Baby müsse das möglichst früh tun. Das hat die Natur nicht vorgesehen! Entspannung!
  • Kommunikation ist alles: Äussern Sie Ihre Gefühle, Ihren Ärger, seien Sie authentisch. Kinder kommen mit „echten“ Menschen besser zurecht als mit der Rolle „Mutter“.
  • Sie müssen nicht abstillen, wenn Sie noch nicht möchten. Die WHO empfiehlt das Stillen bis zum 2. Geburtstag des Kindes!
Hebammengeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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