Zwillinge: Was bei einer Zwillingsschwangerschaft wichtig ist
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Zwillinge: Was bei einer Zwillingsschwangerschaft wichtig ist

Wenn Ihnen Ihr Frauenarzt nach dem ersten Ultraschall verkündet, dass Zwillinge oder sogar noch mehr Babys unterwegs sind, sind Sie im ersten Moment vermutlich hin- und hergerissen. Statt der völlig ungetrübten Freude auf das Kind treten plötzlich weiter Fragen in den Vordergrund: Wie wird eine Zwillingsschwangerschaft oder - seltener - die Schwangerschaft mit Drillingen oder Vierlingen verlaufen? Mit welchen Komplikationen muss ich rechnen? Und wie schaffe ich nach der Geburt, den Bedürfnissen der Babys und vielleicht schon vorhandenen älteren Kindern gerecht zu werden?

windeln.ch Redaktion
von windeln.ch Redaktion
Mon, 24.07.2017 - 12:05 Thu, 02/28/2019 - 10:36

Freuen Sie sich auf Ihr Elternglück im Doppel und sorgen Sie für eine umfassende Unterstützung

Wir raten: Bleiben Sie gelassen, freuen Sie sich auf Ihr Elternglück im Doppel- oder Mehrfachpack - und sorgen Sie in den nächsten Monaten dafür, dass Sie nach der Geburt möglichst umfassende Unterstützung und ein zuverlässiges soziales Netzwerk haben. Zwar werden Ihre Zwillinge Sie in der Schwangerschaft ebenso wie im späteren Leben stärker fordern als ein Einzelkind, der Alltag mit Zwillingen hat jedoch auch viele bereichernde und schöne Seiten. Und: Ihre Zwillinge wachsen gemeinsam auf und entwickeln meist schon sehr früh eine ganz besondere Bindung zueinander.

19 Zwillinge pro 1.000 Geburten

Naturgemäss belastet eine Zwillingsschwangerschaft den Körper der werdenden Mutter stärker als ein einziges Baby. Bindegewebe, Beckenboden, Muskeln, Skelett und Haut werden durch die Schwangerschaft deutlich mehr beansprucht. Im Vergleich zu Einlingen kommen Zwillinge und Mehrlinge meist etwas früher auf die Welt. Eine Einlingsschwangerschaft dauert im Durchschnitt 40 Wochen, eine Zwillingsschwangerschaft nur 37 Wochen. Für Zwillinge kommt grundsätzlich eine natürliche Geburt in Frage. Drei- und Vierlinge werden fast immer durch einen Kaiserschnitt entbunden.

Zwillingsschwangerschaften kommen häufiger vor, wenn die Mutter älter als 35 Jahre ist und bereits Kinder geboren hat. Auch Fertilitätsbehandlungen oder eine künstliche Befruchtung münden oft in eine Zwillingsschwangerschaft. Daneben gibt es auch eine familiäre Disposition dafür. Auf jeweils 1.000 Geburten kommen in der Schweiz etwa 19 Zwillingspaare.

Wie Zwillinge entstehen

Eine Zwillingsschwangerschaft entwickelt sich entweder auf eineiiger (monozygoter) oder zweieiiger (dizygoter) Basis. Bei Drei- und Vierlings-Schwangerschaften kommen verschiedene Kombinationen von monozygoten oder dizygoten Babys vor.

Eineiige Zwillinge entstehen immer dann, wenn sich die befruchtete Eizelle in einem sehr frühen Stadium in zwei Zellkerne mit identischen Erbinformationen und in der Folge in zwei voneinander unabhängige Embryonen teilt. Diese wandern getrennt zur Gebärmutter und nisten sich dort jeweils in einer separaten Fruchthöhle ein. Auch die Plazenta entwickelt sich für jeden Embryo gesondert. In seltenen Fällen teilen sich eineiige Zwillinge eine einzige Fruchthöhle und damit auch nur eine gemeinsame Plazenta. In einem solchen Fall erfolgt eine besonders engmaschige ärztliche Überwachung der Schwangerschaft, da es hierdurch zur Unterversorgung eines der Embryonen kommen kann.

Siamesische Zwillinge entstehen dann, wenn sich die befruchtete Eizelle erst in einem späten Stadium in zwei Zellkerne/Embryonen teilt, die dann bestimmte Organanlagen schon gemeinsam ausgebildet haben - insgesamt ist dieses Phänomen jedoch sehr selten. Monozygote Zwillinge sind immer gleichgeschlechtlich, ihre Erbanlagen sind absolut identisch. Körperlich und auch in ihrer Persönlichkeitsstruktur stimmen sie weitgehend überein - Zwillingsforscher wissen, dass sich die charakterlichen Gemeinsamkeiten auch bei sehr früh getrennten Zwillingspaaren zeigen.

Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn in einem Zyklus zwei Eizellen reifen und befruchtet werden. Die Kinder können gleich- oder verschiedengeschlechtlich sein, ihre Erbanlagen unterscheiden sich. Dizygotische Zwillinge nisten sich immer in eigenen Fruchthöhlen ein und verfügen über eine eigene Plazenta.

Zwillingsschwangerschaften - medizinische Definition als Risikoschwangerschaft

Medizinisch gilt eine Zwillingsschwangerschaft grundsätzlich als Risikoschwangerschaft, da sie den Körper der Mutter stark belasten, was im Verlauf der Schwangerschaft zu Komplikationen führen kann - aber nicht zwangsläufig muss. Viele Frauen erleben und geniessen eine Zwillingsschwangerschaft ohne gravierende gesundheitliche Beschwerden. Zwillings- und Mehrlings-Mamas leiden in der Frühschwangerschaft oft stärker unter Übelkeit als Frauen, die nur ein Kind erwarten. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft ist ihr Risiko für Bluthochdruck, Blutungen sowie Gestosen etwas höher.

Bei jeder Ultraschalluntersuchung im Rahmen der drei grossen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft wird der Arzt gezielt nach dem Vorliegen einer Mehrlingsschwangerschaft suchen. Zwillinge mit getrennten Fruchthöhlen lassen sich im Ultraschallbild schon früh sehr gut erkennen. Ob Sie mit eineiigen Zwillingen in einer gemeinsamen Fruchthöhle schwanger sind, wird im Ultraschall am besten zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche sichtbar.

Ab der 16. Schwangerschaftswoche lassen sich gemeinsame oder getrennte Fruchthöhlen durch eine Ultraschalluntersuchung nicht mehr differenzieren. Da eine gemeinsame Fruchthöhle zu den Risikofaktoren während einer Zwillingsschwangerschaft gehört, werden die Ärzte auf eine solche Möglichkeit während der ersten Vorsorgeuntersuchung besonders sorgfältig achten.

Frauen, die Zwillinge oder Mehrlinge erwarten, werden häufiger als andere Schwangere ärztlich untersucht. Der Arzt forscht ausserdem nach Wachstumsverzögerungen, einer möglichen Unterversorgungsowie Anzeichen für vorzeitige Wehen. Bei Komplikationen erfolgen häufigere Kontrollen, wobei meist umgehend die stationäre Aufnahme im Krankenhaus erforderlich ist.

Geburt von Zwillingen - immer in der Klinik

Mit einer vorzeitigen Geburt ist bei Mehrlingen immer zu rechnen. Falls dieser Fall nicht eingetreten ist, wird die Geburt meist spätestens in der 38. Schwangerschaftswoche aktiv eingeleitet. Ein geplanter Kaiserschnitt erfolgt zum gleichen Zeitpunkt. Bei einer Zwillingsschwangerschaft werden Arzt und Hebamme - wie bei jeder anderen Risiko-Schwangerschaft - sehr dringend zu einer Klinik-Geburt raten, da hier im Fall von Komplikationen alle nötigen Hilfsmittel ohne Verzögerung verfügbar sind. Optimal ist, wenn zur gewählten Klinik auch ein Kinderkrankenhaus gehört.

Die natürliche Geburt des ersten Zwillings unterscheidet sich nicht von der Geburt eines Einzelkindes. Wegen der überdehnten Gebärmuskulatur tritt jedoch häufig eine Wehenschwäche auf, gegen die wehenfördernde Massnahmen - beispielsweise die Applikation von Prostaglandinen in die Vagina oder Oxytocin-Infusionen - zum Einsatz kommen. Das zweite Kind sollte bald auf das erste folgen, da es sonst durch die Verkleinerung der Gebärmutter sowie eine mögliche Plazentaablösung gefährdet sein kann.

Bei Verzögerungen wird es mittels Saugglocke, Zange oder durch einen Kaiserschnitt entbunden. Bei ungünstigen Lagen, besonders kleinen und unterentwickelten oder auch besonders grossen Kindern raten die Ärzte von vornherein zu einem Kaiserschnitt.  

Praktische Fragen bei Mehrlingsschwangerschaften

Bei Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften beginnt der gesetzliche Mutterschutz wie bei jeder anderen Schwangerschaft sobald die Schwangere vom zuständigen Arzt krank geschrieben wird. Danach haben Arbeitnehmerinnen einen Anspruch auf 14 Wochen bezahlten Mutterschutzurlaub.

Der Alltag mit Zwillingen kann sich anfangs durchaus herausfordernd gestalten. Spezielle Ausrüstung für Eltern mit Zwillingen, wie zum Beispiel ein Zwillingsbuggy, kann den Alltag hier sehr erleichtern. Wenn ein Baby friedlich schläft, wird vielleicht gerade der andere Säugling unruhig. Bei vielen praktischen und organisatorischen Fragen steht Ihnen anfangs Ihre Nachsorge-Hebamme zur Seite. Wenn die regulären Besuche der Hebamme vorüber sind, empfehlen wir, bei Ihrer Krankenkasse eine verlängerte Nachsorgebetreuung zu beantragen. Ein Rezept dafür bekommen Sie von Ihrem Arzt.  

Falls Sie Ihre Zwillinge stillen möchten, sollten Sie sich Hilfe von einer erfahrenen Stillberaterin oder einer Hebamme, die eine Zusatzausbildung zur Still- und Laktationsberaterin hat, holen - am besten kontaktieren Sie diese schon während Ihrer Schwangerschaft. Anfangs ist es am besten, wenn Sie die Kinder einzeln anlegen, sich dabei ganz dem jeweiligen Baby widmen und auch das Stillen etwas üben. Wenn Sie sich sicherer fühlen, können Sie Ihre Zwillinge auch gemeinsam stillen, die besten Positionen dafür sind

  • Die Rückenhaltung: Beide Kinder liegen - am besten auf einem längeren Stillkissen - mit dem Gesicht zur Brust und mit den Füssen in Richtung Ihres Rückens
  • Die Über-Kreuz-Haltung: Das erste Baby liegt dabei in der normalen Wiegehaltung in Ihrem Arm und mit dem Kopf vor der Brust, an der es trinken soll. Das zweite Kind liegt in der gleichen Haltung hinter seinem Zwilling, sein Oberkörper liegt auf dessen Beinen, sein Kopf wird von Ihrem zweiten Arm gestützt.
  • Die Parallelhaltung: Dabei schauen beide Kinder in die gleiche Richtung - ein Zwilling liegt in Wiegehaltung, der zweite in der Rückenhaltung.

Welche Position für Sie am bequemsten ist, probieren Sie am besten zusammen mit Ihrer Stillberaterin. Dass Ihre Muttermilch nicht für zwei Kinder reicht, brauchen Sie in der Regel nicht befürchten. Je mehr Milch getrunken wird, desto mehr wird auch von Ihren Brüsten produziert.

Ein funktionierendes Netzwerk aus Freunden und Verwandten ist bei mehreren Babys besonders wichtig - zumindest solange, bis Sie Routine haben und sich das Leben mit dem Familienzuwachs wieder eingependelt hat. In vielen Städten gibt es Selbsthilfegruppen für Zwillings-Eltern. Für die Organisation des Alltags und das Besprechen von Problemen kann diese Form des Austauschs ebenfalls sehr hilfreich sein.

Als ein angenehmer Ausblick: Mütter von Zwillingen wissen, dass das Leben mit den Kleinen meist beträchtlich leichter wird, sobald diese krabbeln können. Zwillinge sind gewöhnlich wunderbare Spiel- und Alltagskameraden, die ihre Gemeinschaft sehr geniessen - und sich hierdurch oft deutlich eigenständiger entwickeln als viele andere Kinder.

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