Kindersitze

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Der Kindersitz Berater soll Eltern bei der Wahl des für sie richtigen Autokindersitzes unterstützen. Im Folgenden erfahren Sie alles Wissenswerte zu den Fragen:


Welche gesetzlichen Vorschriften gelten?

Seit 1. April 2010 müssen alle Kinder bis zum 12. Geburtstag in Autos mit einer geeigneten Kinderrückhaltevorrichtung gesichert sein.

Ausnahmen

Unter folgenden Bedingungen ist die Sicherung mit den vorhandenen Gurten ausreichend und muss keine Kinderrückhaltevorrichtung verwendet werden:

  • ab einer Grösse von 150 cm
  • auf speziell für Kinder vorgesehenen Sitzplätzen (im Fahrzeugausweis eingetragen) ab dem 4. Geburtstag
  • in Gesellschaftswagen (Reisecars) ab dem 4. Geburtstag
  • auf Sitzplätzen, die nur mit Beckengurten ausgerüstet sind, ab dem 7. Geburtstag

Welche Gewichtsklassen haben die einzelnen Autokindersitze?

Die Wahl des Autositzes richtet sich immer nach dem Gewicht des Kindes. Babys sind besonders schutzbedürftig. Deshalb müssen Kindersitze der Gruppe 0+ besondere Anforderungen erfüllen. Sie sind für Babys bis 13 Kilogramm und für ein Alter bis ungefähr 15 Monate geeignet. Diese Modelle sollten über einen zentral verstellbaren Hosenträgergurt und waschbare, weich gepolsterte Bezüge verfügen. Die Kunststoffschale muss stabil sein. Für einen sicheren Seitenhalt sorgen breite Wangen. Diese sogenannten Babyschalen werden gegen die Fahrtrichtung im Wagen fixiert. Diese Positionierung bietet bei einem Aufprall bestmöglichen Schutz. Zu Hause oder unterwegs kann bei Kindersitzen der Gruppe 0+ zusätzlich die entspannende Schaukelfunktion genutzt werden.

Die Grössen I und II sind für ein Gewicht ab 9 bis 18 kg, also für Kleinkinder im Alter von acht Monaten bis fünf Jahre geeignet. Die Sitze der Gruppe I eigenen sich insbesondere für Kinder, die zwar schon sitzen können, aber noch auf grossen seitlichen Halt angewiesen sind. Kinder dieser Altersgruppe schlafen gerne während der Fahrt ein. In dieser Situation ist eine verstellbare Sitz- und Liegefunktion des Kindersitzes besonders hilfreich. Auch sollte der Sitz dem Kind durch breite Seitenwangen guten Halt geben. Der zentral verstellbare Hosenträgergurt hält den Körper des Kindes bei einem Aufprall gleichmässig und sicher zurück. Werden mehrere Kinder im Wagen befördert, sollte auch auf die Möglichkeit geachtet werden, den Sitz mit einem 2-Punktgurt fixieren zu können.

Die nächsthöhere Gruppe II - III entspricht Sitzen der Altersklasse drei bis zwölf Jahre. Die Kinder dieser Gruppe haben ein Gewicht zwischen 15 und 36 Kilogramm. Die "Grossen" haben oft schon ihren eigenen Kopf und ganz genaue Vorstellungen von ihrem Kindersitz. Ein erhöhter Sitz gewährt dem Kind ein erweitertes Sichtfeld. Ein optimaler Gurtverlauf gibt den Eltern ein gutes Gefühl, dass der Kindersitz sicher befestigt ist. Eine einfache Gurtführung ermöglicht den Kindern zudem ein einfaches, selbstständiges Anlegen des Gurtes. Strapazierfähige, waschbare Bezüge erleichtern die Pflege. Diese Sitze können schnell und einfach von einem Fahrzeug in ein anderes gewechselt werden.

Die sogenannten Langzeit-Sitze umfassen die Gruppen I - III und eignen sich für Kinder von neun bis 36 Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht in etwa einem Alter von neun Monaten bis 12 Jahre. Sie sind die optimale Lösung, wenn ein ausgeglichenes Preis-Leistungs-Verhältnis mit den wichtigen Ausstattungsmerkmalen kombiniert werden soll. Hierzu gehört eine optimierte Gurtführung. Sie sorgt dafür, dass der Gurt immer über die Schulter, jedoch niemals am Hals entlangt führt. Die Sitzschale ist anatomisch geformt, breite Wangen sorgen für optimalen Seitenhalt. Der Hosenträgergurt lässt sich zentral verstellen. Strapazierfähige, waschbare Bezüge erleichtern die Pflege des Kindersitzes. Zudem ist bei den Langzeitsitzen ebenfalls ein problemloser Wechsel in andere Fahrzeuge möglich. Erst ab einer Körpergrösse von 150 cm darf das Kind ohne Kindersitz befördert werden.

Kindersitz Altersgruppen


Mit oder ohne Isofix?

Isofix sorgt für eine feste Verbindung der Kindersitze mit der Karosserie. Immer mehr Fahrzeuge sind heute mit den entsprechenden Ösen ausgestattet, in die die Halterasten der Isofix Basis greifen. Ein Sitz mit Isofix Halterung ist der sicherste Sitz. Ein weiterer Vorteil liegt in der einfachen Bedienung – es ist kein lästiges Gurten erfolderlich. Da Bedienungsfehler beim Gurten das grösste Verletzungsrisiko bei Unfällen mit Kindersitzen darstellen, bietet Isofix mehr Sicherheit und wird von Unfallforschern allgemein empfohlen. Als Nachteil gelten die höheren Anschaffungskosten sowie ein etwas höheres Gewicht der Sitze mit Isofix. Zudem lassen sich Isofix Sitze nicht in der Mitte, sondern lediglich auf den äusseren Sitzen der Rückbank befestigen. Eine Übersicht über Fahreuge, die mit Isofix ausgestattet sind sowie eine Broschüre „Kinder sichern im Auto – Ratschläge, Tipps, ISOFIX“ finden sie bei der Unfallforschung der Versicherer


Was kostet ein Kindersitz?

Ein weiteres Kriterium für den Kauf ist selbstverständlich auch der Preis. Für einen guten Autokindersitz können schnell ein- bis zweihundert SFr. anfallen, einige Modelle liegen noch darüber.

Der Kostenfaktor stellt viele Eltern vor die Frage, ob nicht auch ein gebrauchtes Modell seinen Zweck erfüllen könnte. Diese Überlegungen finden selbstverständlich verstärkt statt, wenn in der Familie zwei oder mehrere Kinder leben. Der Autositz Berater kann hier nur Empfehlungen aussprechen. Die Entscheidung liegt ganz allein bei den Eltern.

Es gilt zu bedenken, dass immer noch sehr viele Kindersitze in Umlauf sind, die nicht der aktuellen Norm ECE44/04 entsprechen. Wer nicht sicher ist, sollte lieber einen Neukauf in Erwägung ziehen.

Achten Sie darauf, dass die wichtigsten Ausstattungsmerkmale vorhanden sind und der Autositz an das Gewicht des Kindes angepasst ist. Handhabung und Befestigung im Auto sowie die Sicherung des Kindes müssen einfach und sicher sein, dann haben Sie in der Regel die richtige Wahl getroffen. Dann heisst es nur noch: gute und sichere Fahrt!